… das sind die einzigen Hürden, die sich uns heute in den Weg stellen.






Wir starten aus unserem Mini Dorf in der Nähe von Carheix, nach einem guten Frühstück und einem langen Gespräch mit dem Eigentümer über Aufbau und Entstehung dieses Anwesens. Uns wurde erklärt wie es dazu kam, dass ein Dirigent aus der Schweiz plötzlich einen Weiler in der Bretagne kauft und aufbaut, es für die Sommersaison für Gäste vorbereitet und nebenbei auch noch ein wenig Landwirtschaft betreibt.





Wir hätten endlos weiter reden können, die Sonne treibt uns aber an. Es wird sonst zu heiß für uns. Schnell waren wir wieder auf unserem Kanalradweg. Sehr dankbar führt er uns auf schattigen Wegen durch die heutige Hitze voran Richtung Rostrenen und Guarec.






Einige Schleusenhäuschen sind umgebaut in kleine Cafés und laden zu Snacks und kühlen Getränken ein. Außer uns sind weitere Radfahrer, Wanderer und Reiter (innen) unterwegs. Die Ausblicke auf den sich ständig wandelnden Kanal und die vielfältige Grünlandschaft machen wirklich Freude. Oft müssen wir einfach stehen bleiben und schauen.


Heute übernachten wir in einem Pub, der seit 20 Jahren von Engländern betrieben wird. Hier werden wie in einem Motel kleine Zimmer ebenerdig mit kleiner Terrasse angeboten. Das passt uns heute sehr gut, weil der Wärme sowieso alles draußen stattfindet. Das Frühstück für morgen bekommen wir schon vorbereitet mit aufs Zimmer, weil morgen am Sonntag keiner da ist.






So gelingt uns auch ein zeitiger Start. Die Luft ist noch frisch und es geht weiter am Kanal. Wir können uns immer noch nicht sattsehen. Manchmal liegt der Kanal wie Pudding neben uns, manchmal ist es wie ein Natursee, voll mit Seerosen und Libellen, Enten, Fröschen Fischen nur Biber haben wir noch nicht gesehen.
Abwechslung auf unserer Kanaltour sind die kleinen Schleusenhäuschen, ab und zu eine Kanalüberquerung auf der Suche nach Schattenplätzen oder eine kleine Station für Espresso und alkoholfreies Bier. Immer öfter kommen uns ebenso schwitzende und entschlossene Radreisende entgegen – die Ferien in Frankreich haben begonnen.


Wir übernachten heute in Josselin, es war wirklich heiß heute aber wir haben wieder eine tollen Unterkunft direkt gegenüber eines Chateaus gefunden. Die Terasse fürs Abendessen liegt im Schatten und wir sind wieder sehr happy angekommen zu sein.
So nun ist es heute unser letzter offizieller Tag auf dieser Tour, morgen treffen wir uns dann für ein paar Tage mit Janina, Piet und Leo in einem Ferienhaus in Mesquer.


Über die endgültige Strecke morgen waren wir uns nicht so einig. Am logischten wäre natürlich die gerade Linie von Josselin nach La Roche Bernard gewesen. Dies hätte aber ein Verlassen unserer Kanalroute bedeutet, die uns bei der momentanen Hitze guten Schutz bot. Birgit war aus Vernunftsgründen mehr für die Variante: Kanalradweg bis Redon, dann mit dem Zug ein paar Stationen nach Pont Chateau und dann quer nach Mesquer.
Also werden wir den vernünftigen Weg nehmen (mit Zugfahrt), aus irgendeinem Grund ist das Hotel in Redon aber noch nicht gebucht. So starten wir guter Dinge auf unserem schattigen Kanalradweg, bis zu dem Schild „Route Barreé“ kurz vor Malestroit. Genau hier wurde aus dem guten Plan wieder Improvisation 😉


Und wieviel Glück kann man eigentlich haben…. wir suchen nach der Umleitung, treffen auf ein holländisches Urlauberpaar – diese weisen uns auf den großen Bogen hin, die diese Umleitung bedeutet und warum wir nicht diesen Eisenbahntrassenradweg nehmen, der hier links vor uns liegt. Die Ungläubigkeit steht uns im Gesicht geschrieben. Genau dieser, nirgendwo vermerkte Trassenradweg würde uns elegant auf den ursprünglichen Plan bringen, den Ralf hatte. Ich sehen sein Aufblitzen in seinen Augen und muss einsehen, das könnte hinhauen. Wir trauen uns und haben so viel Glück mit dicken Seitenstreifen, wo wir sie brauchten – Colapausen, wo sie nötig waren und Schatten, wenn es gar nicht mehr ging. So kam es, dass wir unser letztes Bretonisches Galette nicht in Redon aßen, sondern tatsächlich in La Roche-Bernard. Was das Ganze so entspannt macht, ist dass wir morgen dann nur noch 30km vor uns haben.
Hallo ihr beiden , Respekt für eure Taten 😎 liebe grüße an Janina und ihrer kleinen Familie 😘 . Bis hoffentlich ganz bald. Gute Grüße Hinni und Marion