in Deutschland!!! 😉
Ja schade eigentlich, gefühlt Urlaubende, Abschied nehmen von den charmanten Nordseebädern, der so verlässlichen LF1a und der steifen Brise. Alles was jetzt kommt ist wieder neu.
Bei Dauerregen helfen wir uns bis Lüttich mit der Bahn und holen die ganzen Umwege km mäßig wieder rein.
Und dann willkommen in der Realität!!! Wenn wir anfangs bei Hamburger Elbdeichen, den schon anspruchsvolleren friesischen Deichen, der holländischen Dünenlandschaft und den noch schrofferen belgischen Dünen ins Schnaufen kamen – dann lernen wir nun den Nordrand der Eifel kennen.

Unser neuer Radweg heißt nun Ligne38 Ravel 5. Es ist die erste stillgelegte Eisenbahntrasse, die als Fahrradweg freigegeben wurde. Es ist halt immer noch ein Unterschied ob man sich mit einem Tabata Workout (kurze hohe Belastungseinheit) auf ein steile Düne hinaufkämpft, oben angekommen, Ziel erreicht und los geht es bergab – oder km lange leichte Steigung ohne Hoffnung auf bergab, und wenn bergab – die böse Ahnung auf das was danach kommt ;-). Ach ja und immer noch Dauerregen, Flugmatsch – wir fahren schon wieder am Limit mit dem Ziel Aachen. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die unerwähnt bleiben werden. Dieses „Langsamreisen“ gibt uns extrem viele Eindrücke den ganzen Tag, so dass der Kopf ab nachmittags schon so voll ist davon, dass man den Rest gar nicht mehr richtig schätzen kann.
Ein toller Moment war heute z.B. ziemlich am Ende der heutigen Tour unsere Fahrt hoch über eine Serpentinenstrecke zum Dreiländereck, den Regen von vorne brauche ich wohl nicht mehr erwähnen. Restaurant, Kinderspielplatz, Aussichtsplattform alles geschlossen und keine Menschenseele, nur wir zwei dicht aneinander gerückt auf genau diesem Punkt zwischen Deutschland, Holland und Belgien. Das war ein sehr berührender Moment! Fotos konnten wir leider keine machen, weil unsere Hardware nicht wasserfest ist und der Akku leer war.

Kurz vor Acht kommen wir in Aachen an, völlig verdreckt und glücklich an einer Tankstelle über einen Cappuccino. Mit hysterischen Lachattacken kämpfen wir uns hoch zur Jugendherberge in Aachen, mit dem festen Vorsatz uns nicht abweisen zu lassen. Der junge Mann überließ uns zum Glück widerstandslos ein Zimmer, dass vor 2 Stunden storniert wurde (Glück muss man haben) Spagetti Bolognese aus der Kneipe um die Ecke und ab ins Bett. Wir verlängern eine Nacht hier. Ein Unesco Weltkulturerbe, der Dom von Aachen will besichtigt werden (in Brügge war übrigens die ganze Innenstadt Unesco Weltkulturerbe).
Unsere Fahrräder brauchen auch dringend etwas Pflege – Ketten knirschen und die Bremsbelege sind ziemlich runter. Man sieht ihnen inzwischen die jetzt immerhin 615 km auch an. Außerdem soll ab Montag das Wetter besser werden, dann geht es weiter Richtung Trier.
immer toll von euren Abenteuern zu lesen 🙂
Respekt ich hätte schon längst aufgegeben 🚲 das Wetter wird wieder besser 😎