heute liegen 90km vor uns. Das Wetter soll am Nachmittag umschlagen, deshalb starten wir zeitig. Wir kommen richtig gut voran. Die Strecke ist leicht zu fahren und wir freuen uns auf ein frühes Ankommen in Lyon.
Erfahrungsgemäß kostet so eine Stadteinfahrt, und Lyon ist mal eben auch die zweitgrösste Stadt Frankreichs, sehr viel Zeit und Nerven. Unserem Airbnb Vermieter haben wir eine Zeitvorgabe von 17 Uhr gemacht. Das sieht gut aus.
Ab 13 Uhr kam dann der Wind und es ist ja nicht so, dass wir noch nie bei Wind gefahren sind, aber das waren so unglaublich starke Böen und immer von Süden genau ins Gesicht. Der Wind hat einen bestimmten Rhythmus. Ein, zwei Minuten sehr starke Böen selbst wenn es bergab geht muss man dann kräftig in die Pedale treten und dann ein wenig Ruhe. Da es kaum Ortschaften bei unserer heutigen Tour gibt, erleben wir so etwas wie ein „Expeditionsgefühl“ . 34 Grad im Schatten, vor uns endlose Felder, werden die Wasservorräte reichen…na gut ist etwas übertrieben. Ein wenig stolz sind wir schon, dass wir inzwischen eine gute Kondition haben.
Wir kämpfen uns weiter durch, stärken uns immer wieder, sind vollgepumpt mit frischer Luft, Sonne und Kiesstaub. Das was wir trinken legt sich umgehend um alles herum als Schweiß. Ein unglaublicher Mix. Ich glaube so habe ich mich das letzte Mal als Kind gerochen, als ich den ganzen Tag im Sommer draußen getobt und in den Feldern damals in Ellerau gespielt habe.
Wir kommen mit sehr guter Fahrrad Infrastruktur in Lyon an, werden an den ganzen Rhone und Saone Ausläufern vorbeigeführt. Es haben sich teilweise große Seen gebildet. Überall Strandbadstimmung…..der Wind verleiht allem noch ein wenig die Stimmung von Nordseebad.
Trotz Gegenwind erreichen wir fast pünktlich unsere Wohnung im 1. Arrondissement (Stadtbezirk) von Lyon. Davon gibt es 9 Stück in Lyon, die alle ihr eigenes Zentrum zu haben scheinen. Beide Flüsse, sowohl die Rhone als auch die Saone fließen durch die Stadt, so werden die verschiedenen Stadtbezirke durch viele Brücken erreichbar.
Unsere Wohnung ist sehr modern, mit Blick auf die Saone und auf das Vieux Lyon. Dieser Teil der Altstadt ist immerhin Weltkulturerbe und ist sehr gut erhalten. Wir schmeißen am Abend noch die Waschmaschine an, lüften die Taschen durch und genießen im alten Stadtteil von Lyon noch den südländischen Abend. Der Wetterumschwung kam erst in der Nacht.
Unser Auftrag für den nächsten Tag stand erstmal fest. Ralfs Rad musste repariert werden. Was für uns unbekannt war – die meisten Geschäft haben am Montag geschlossen, weil sie ja Samstag aufhaben 😉 Wir stoßen uns also zweimal die Nasen. Dann nochmal Google gefragt, finden wir eine kleine Werkstatt im 9. Arr. diesmal vorher angerufen, fahren wir fix hin. Dieser junge Mann war sooo entspannt und hatte sooo das richtige Werkzeug und hat mal eben soooo schnell unser Speicheproblem gelöst. Wir waren megahappy.
Jetzt galt es aber noch so viel wie möglich an Eindrücken aus dieser Stadt mitzunehmen. Da sie aber für ein paar Stunden zu groß ist beschränken wir uns auf die Altstadt. Versorgen uns mit Lyoner Spezialitäten (rosa Pralinen aus Zucker und Mandeln, die in Brioche verbacken werden) und Baguette. Wir brauchen jetzt noch einwenig Erholung und freuen uns auf die Weiterfahrt.



























Der ständige Wetterwechsel muss ja sehr anstrengend sein. Bei der Hitze
hätte ich mich ja gerne in dem Fluss-Strand-Bad abgekühlt, aber das war
wohl zu umständlich für euch. Die Baguettes sehen zum Anbeißen aus.
Ich werde bei Google die Velo Route 17/ 7 u. 8 weiter verfolgen. Viel
Spaß und Kraft weiterhin.
Das mit dem Montag sollten wir auch einführen 😛
Esst ein paar Eclaire für mich 🙂 Die sollen auch ein wenig den Kalorienhaushalt wieder auffüllen… 😀