komisch. Dabei fing alles so gut an. Wir haben am Vorabend schon geschaut wie es weitergeht. So konnten wir morgens sofort starten. Eine km lange Fitnessstrecke
für Jogger, Inliner und Radfahrer lag vor uns und ließ Prag schnell hinter uns. Alle Bedenken bezüglich der Wege und Hügel und anderer Unwegsamkeiten waren doch nicht so wie erwartet.Ab km 15 klemmten wir uns hinter einen einheimischen Radler,
der genau wusste wo es langgeht, denn er wechselte zielstrebig vom Fluss auf die Straße, wenn der Schotter zu grob wurde und zurück, wenn alles gut war. Irgendwann zogen wir an ihm vorbei, er grüsste, stoppte uns aber. Da wussten wir noch nicht, dass dies nicht
unserer erste Strecke war, die wir vergebens bergab gefahren sind. Völlig enspannt fahren wir also das kleine Stück wieder bergauf (schmunzelnd müssen wir an unsere Hügel in Hitzacker denken) jetzt geht es links rein zu einem Angler mit einem kleinen Boot, die wir mussten auf die andere Seite der Moldau.
Die Verständigung klappt mit Nicken und Grinsen. Und weiter geht es auf einer stark befahrenen Strasse der tschechischen Klasse 1…. Viel Verkehr, viele Laster – kein Radstreifen. Fotos gibt es davon nicht, weil anhalten faktisch
einfach nicht ging. Nach knapp 10 km konnten wir die Straße verlassen. Und jetzt ging der Spaß los. Wir folgen der Veloroute 7 . Es geht bergab und bergauf durch die Wälder. Bergab bedeutet teilweise bis an den Fluß ran um sich dann wieder bis zu 400m in die Höhe zu schrauben. Unsere Oberschenkel brennen und die Köpfe glühen. Wir haben uns ein schönes Hotel ausgesucht
(die Hotels hier haben ihren eigenen Charme) wie fahren also über Slapy, Bus und Cim auf eine kleine vorgelagerte Halbinsel namens Zivohost, da gibt es eine kleine Fähre über den See. Leider gab es sie aber nicht. Nicht nötig zu erwähnen, dass wir nun wie der endlos bergauf mussten um einen neuen Ausgangspunkt zu haben. Die Zeit wurde knapp, nützt alles nichts wieder zurück und auf dem anderem Wege zum Hotel an der Moldau. Wieder ging es endlos bergab und der Gedanke an morgen früh quälte mich jetzt schon ;-). Das Hotel Lage, Lage, Lage aber
LEIDER ZU!!!! Sch….!!!!! Allmählich läuft uns die Zeit davon, die Rückweg ist nur zu schieben, weil zu steil. Zwischendurch sitzen wir frustriert auf einem Holzscheit. Es gibt hier einfach nichts…. schon gar nichts was mit dem Rad ohne extreme Anstrenungen erreichbar ist. Ein einzelner Rennradfahrer rauscht an uns vorbei, grüßt uns freundlich mit ahoi und geistesgegenwärtig signalisiert Ralf ihm zu stoppen. Es gibt zwei weitere Berge entfernt ein Hotel, er telefoniert für uns und macht uns Mut. (er fährt ein Stevens Rad aus Hamburg ;-))
Wir ergreifen den Hoffnungsschimmer, es geht wieder ganz hoch, und wieder ganz runter. Wir kommen an und fragen nach einem Zimmer, alles belegt!!!!!!!!!!!!!! Unser Entsetzen schien uns im Gesicht geschrieben, sie zuckte nur noch hilflos mit den Schultern, eine Nacht??? Na gut!!!
Um neun Uhr haben wir dann schon geschlafen. Mega erschöpft. Wir haben beide Respekt vor morgen. Es geht ja auf sicher erstmal schon wieder bergauf vom Hotel auf die Strecke. (Grüße von zwei müden Radlern aus Mehin an der Moldau)
Ihr habt ja ein bewundernswertes Stehvermögen. Chapeau!!
Zu mir nach Berlin ist seit gestern die Sonne gekommen, ich genieße sie auf dem Balkon und schicke Euch ein paar kräftige Strahlen rüber.
Ich begleite Euch mit Freude jeden Tag.
Liebe Grüße
Birgit