…sehr gut ausgeruht fahren wir am nächsten Tag Richtung Pouilly sur Loire und Sancerre. Beide Orte sind bekannt für ihre Weißweine Pouilly Fume und Sancerre. Es ist ja immer ein wenig Glücksspiel was man so als Unterkunft bekommt. Wir haben uns Le Coq Hardy ausgesucht. Mit Blick auf die Loire das ist schön, und Restaurant im Haus, das ist auch schön, dann muss man nicht mehr vor die Tür.
Wir treffen gegen vier Uhr ein. Das Hotel ist toll, allerdings ohne Klimananlage, vorsorglich hat man uns nicht das angkündigte Loireblickzimmer vorbereitet, da diese Zimmer
unterm Dach besonders erhitzt sind.
Es gibt eine Eigenart in Frankreich, an die wir uns erst gewöhnen müssen. Alle Restaurants öffnen am Abend erst um 19 Uhr, wir sind jetzt im Hotel, haben so richtig Hunger, weil wir mittags nichts gegessen haben, also wieder raus in die Hitze und in die Stadt? Unmöglich!! Weder Sonnenbestrahlung noch Pedaletreten sind akzeptabel. Auf die vorsichtige Frage
ob es vor 19 Uhr vielleicht eine Kleinigkeit gäbe, schaut man uns mit entsetzten Augen an, aus welchem unkultivierten Umfeld wir wohl kämen. Dann versuchten wir es auf anderem Wege, ob wir denn schon etwas trinken könnten?
Eine FLASCHE Wein wäre natürlich möglich, da wurde der
junge Kellner schnell wieder zugänglich. Eine Flasche köstlich kühlen Pouilly sur Loire aus der Region und ein Zahnputzbecher mit unseren Erdnüssen aus der Satteltasche, zwei Gläser Wein später passt schon alles wieder.
Ob wir abends im Restaurant essen wollen, ja klar – jetzt erst recht. Wir dürfen vorab schon einmal in die Karte schauen. Vorspeisen beginnen ab 20€ uuuuppppsss 😉
Aber etwas später kommen die Menues. In Frankreich gibt es in jedem Restaurant Menues, selbst in der Pizzeria. Das 4 Gänge Menue liegt bei 27€, den Wein haben wir ja schon – na dann passt doch alles – oder?
Gegen 18.30 Uhr zieht sich das Personal um – Anzug, Krawatte – bei über 30 Grad. Ralf rutscht unruhig auf seinem Stuhl herum…, doch lieber Pizza im Ort???…sooo heiß!!!!
Ich frage ob wir nicht doch lieber auswärts essen sollten, weil wir nicht die richtige Kleidung dabei haben. Nein, nein beruhigte man uns. Die Kleidervorschrift gilt nur für das Personal, und das zogen die Armen dann auch durch bis zum Ende. Die taten uns so leid.
Das Essen bei bestem Ausblick auf die Loire geht über 3
Stunden. Es war ein wunderbarer Abend.
Dann geht es rauf auf unser Zimmer und es wird eine „heiße“ Nacht, also natürlich in Sachen Raumtemperatur ;-), um 0 Uhr haben wir immer noch 30 Grad im Zimmer.

Ich fühle so mit Euch, bei mir im Schlafzimmer sind es auch 28,9° C, aber Ihr müßt noch schwer dafür strampeln, daß Ihr das erleben dürft. In zwanzig Jahren werdet Ihr mit glänzenden Augen an Eure wunderbaren Unternehmungen zurückdenken. Ich werde mich jetzt mal daran machen, Eure bereits erfahrenen Orte auf der Karte zu verfolgen.
Bonne route
Gruß Birgit