während Birgit die Fahrkarten für die Fahrt nach Prag am Schalter kauft, lasse ich meinen Blick durch die Bahnhofshalle schweifen. Alles ist etwas kleiner, ruhiger und strahlt etwas den Charme der 80er aus. Unser Zug steht schon bereit und ist bis auf ein paar Mitreisende leer.
Wir suchen den Wagon mit dem Fahrradzeichen. Es gibt aber nur Abteile mit ganz engen Türen, die bei uns die alten D-Züge hatten. Wir haben noch 5 Minuten und sehen gar keine Chance unsere Räder mit zu bekommen. Es gibt direkt hinter der Lok ein Güterabteil,
das ist aber verschlossen. Dann kommt ER (eine Mischung aus Pan Tau oder Lolek und Bolek), der Schaffner… er schaut uns von oben bis unten an und öffnet kopfschüttelnd den Gepäckwagen, dieser ist riesig und komplett leer. Wir wollen ihm die Fahrräder hochreichen, er schüttelt milde den Kopf und sagt „Tickets“. Wir geben ihm alles an Tickets, was wir haben. Er sucht sich gemächlich die entsprechenden

Fahrradtickets heraus. Sorgfältig werden diese geprüft, gestempelt und zwei zusätzliche Aufkleber angebracht. Jetzt die Fahrräder?? „Gepäck muss alles ab!!!“ Okay wir nehmen alles ab, jetzt schnell einen Wagon weiter, alles in die schmale Tür gequetscht und aufatmend ins Abteil gesetzt. Und exakt eine Minute später kam er wieder mit unbewegter Miene (unsere Fahrräder ein Abteil vor uns – Alleine… wir hier Alleine….) als hätte er uns nie gesehen, „TICKETS????“ Wir sahen uns kurz an und verkniffen uns ein Grinsen. Gaben ihm die Tickets, die vor einer Minute schon in seine Händen waren, diese wurden wieder aufwendig geprüft und gestempelt. Wir mussten uns beherrschen nicht loszulachen. Weiterhin wurden wir belehrt, dass wir unsere Fahrräder nur unter Vorlage der Gepäckscheine erhalten würden. 90 Minuten später nach der Ankunft in Prag, als wir den Wagon verließen, um einen Wagen weiter unsere Fahrräder abzuholen, tat der Schaffner wieder so, als hätte er uns nie gesehen

und war fast überrascht, dass nun gerade wir die Abholscheine für die Fahrräder in den Händen hatten. Noch zwei weitere Stempel, um sicher zu gehen und wir hatten unsere Fahrräder wieder.
Na das war ja ein Start!!! Vielleicht verstehen wir auch nur den tschchischen Humor nicht.
Umso herzlicher war der Empfang von Blanka und Angelo, wir sind überglücklich über das süße Appartement und freuen uns auf die Zeit in Prag.