mit Regen ins Bett gegangen und mit Sonne wieder aufgewacht 😉

Was für ein Tag! Jetzt merken wir, dass wir schon ziemlich weit südlich sind. Das Radeln heute bringt richtig Spaß. Der Oleander blüht und mit leichtem Rückenwind und begleitet von dem Zirpen der Zikaden schlängeln wir uns weiter an der Rhone entlang in Richtung Valence.

Bei der nächsten Rastmöglichkeit traf man auf weitere Radwanderer, die man unterwegs immer mit einem freundlichem „Bonjour“ begrüßte. Wie sich schnell rausstellte, weil alle den gleichen Bikeline Reiseführer studierten – alle aus Deutschland. Wir mussten sehr lachen und tauschten erstmal Erfahrungen aus, picknickten zusammen und fuhren dann wieder unserer Wege. Man sieht sich am Mittelmeer 😉

Valence war sehr hübsch und ließ uns für ein Eis verweilen, machten uns einen Eindruck vom Parc Jouvet und machten die klassischen Fotos vor dem Monument Kiosque Peynet .

Der weitere Weg bringt wieder wunderschöne Naturmomente und wir landen zur Krönung des Tages in einer wunderbaren Unterkunft mit einem Zederngarten. Sogar ein kleiner Pool lädt zur Erfrischung ein. Wir genießen den Abend und lassen uns zu einem französischen Dinner verführen. Das war ein richtiger Gaumenschmaus und dazu auch noch schön anzusehen.

Nun sind wir schon fast drei Wochen unterwegs. Heute haben wir uns trotz des schönen Wetters, des optimalen Weges und besten Windverhältnissen schwer getan. Man ist halt viel mit sich allein beschäftigt wenn man auf dem Rad sitzt und es wäre gelogen, wenn man nicht zugeben würde, dass der Körper so langsam erschöpft ist. Dass man dann sein Vorhaben auch mal in Frage stellt, ist wohl auch normal. Andererseits gehört so etwas zu solchem hoch angesetzten Vorhaben auch dazu.

Ohne seine Komfortzone zu verlasse, kann man so etwas nicht realisieren. Man kann sich auch nicht wirklich darauf vorbereiten, klar eine gewisse Grundvorbereitung in Sachen Sport ist schon wichtig, aber das Umgehen und Aushalten mit und auf dem Rad erlernt man während der Tour. Ich bin auch manchmal ganz hin- und hergerissen ob ich das tägliche Finden von Unterkünften schwierig oder inspirierend finde, oder das abends Auspacken und morgens wieder einpacken und mit Abgabe von Schlüssel oder Karte auch die Verantwortung für alles bis auf die vier Satteltaschen los zu sein.

Heutiges Highlight war für uns die Tragseilbrücke über die Rhone bei Rochemaure. Das Original stammt aus dem Jahre 1859 und wurde 2013 wieder erneuert und steht seitdem Fußgängern ( Fahrrad muss geschoben werden) wieder zur Verfügung. Der Stil entspricht afrikanischen Lianenbrücken. Fröhlich schwingend geht es über eine gesamte Länge von 330 Meter in unglaublicher Höhe ( keine Daten gefunden) da sollte man schon frei von Höhenangst sein.


Nummer zwei ist die ganz dichte Vorbeifahrt am Atomkraftwerk Cruas mit seinen vier riesigen Kühltürmen von jeweils 135 Meter Höhe (der Hamburger Michel ist 132 Meter hoch und wirklich zart dagegen) ein Turm hat ein Wandbild welches acht Bergsteiger in 8000Stunden gemalt haben.
Allerdings waren die Sonnenblumen merkwürdig klein und mickerig in den benachbarten Feldern… besorgniserregend und beängstigend, wenn man das so 1:1 vor sich sieht. Da wundert man sich dass Einheimische kurz vorher noch freudig angeln…hmmmmm

Wir bleiben heute mit Regalbrettpicknick (man nimmt ein Regal aus dem Schrank im Hotel und legt dieses als Tisch in das Bett) im Bett in unserem Zimmer, diesmal leider ziemlich laut an der Hauptstrasse aber egal!!! Morgen sind wir ja wieder weg und zwar geht es los nach Avignon. (sur le pont avignon…..)

2 Gedanken zu „Und weiter geht es Richtung Süden….

  1. Was für ein wunderbarer, spannender und ausführlicher Bericht. Wie
    schön, dass ihr uns daran teilnehmen lasst. Bleibt ihr in Avignon
    etwas länger, um zu entspannen ? Weiterhin viel Energie und Ausdauer
    für die Weiterfahrt.

  2. Übrigens, das Vergrößern der Fotos nach der Anleitung klappt nicht.
    Eigentlich kann man da ja nicht viel falsch machen, aber es geht nicht.

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