wir starten in Telfs an unsrem alt bekannten Inn, der uns nach Insbruck führt. Das waren nach zwei Wochen die ersten 35km ohne Steigung, das war endlich mal wieder „wellness Radeln“, zügig ging es voran.

Für den letzten Teil der Passauffahrt zum Brenner holen wir uns Unterstützung durch die S Bahn, die von Innsbruck mit 5 Haltestellen zum Brenner hochführt. Die Passauffahrt auf der deutschen Seite ohne Radweg auf der Straße war uns offengesagt nicht nur zu anstrengend, sondern auch zu stressig und zu gefährlich wegen der ganzen Laster und Motorradfahrer. Aber wer glaubt, dass die Berge nach dem Brenner aufhören war noch nie hier ;-). Oben ausgestiegen, geht es weiter durchs Gebirge, zunächst rollen wir rasant nach Italien rein, und zwar in das Etschtal.

Anfangs quetscht sich durch das Etschtal nicht nur mühsam die Etsch, sondern auch die Brennerautobahn, die Bahnlinie und wir auf unseren Rädern entlang der alten Bahntrassen von früher Richtung Italien. Ein ganz schönes Gedränge aber megagut ausgebaute und gekennzeichnete Radwege.

Unser Navi findet zunächst gar nichts mehr, kam es anfangs genau wie wir nicht damit zurecht, dass jeder Ort jetzt zwei Bezeichnungen hat. So rasten wir in Sterzing/Vipiteno. Wir genießen Buchteln mit Marillenmuß und Vanillesauce. Wir übernachten in Freiling/ Campo di Trens.

Der nächste Tag war wieder extrem besonders. Wir radeln weiter an der Etsch entlang durch das langsam breiter werdende Etschtal. Dort wo sich an den Seiten mehr Platz auftut, wachsen jetzt Äpfel und Weitrauben. Und die Fahrradwege führen berauf bergab kurvig durch diese Felder unter Autobahnbrücken hindurch neben Autotunnels an Felswänden vorbei über die Etsch, die immer breiter wird und sich von links und rechts mit Wasser füllt.

Das ist ein sportliches Fahren heute mit Schwungholen für den Anstieg und Abstiege mit Gefälle bis zu 17%. Besonders mit dem Gegenverkehr musste man aufpassen Unsere Radtrasse lässt die alten Zeiten durch alte Bahnhöfe und alte Brückenträger erkennen. Auch durch alte Eisenbahntunnel fahren wir. Das war wirklich toll.

Unser heutiges Ziel ist Bozen, wir streifen dabei Brixen und Klausen. Heute haben wir uns ein Zimmer gebucht in einem kleinen Hinterhaus mit Selbstversorgung. Wir haben einen kleinen Balkon und die Räder hier oben am Geländer angeschlossen.

Erst jetzt zieht das angekündigte Gewitter auf. Alles wieder perfekt gewesen.

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