als wir unser verträumtes „chambre d´hautes“ nach einem liebevoll dekoriertem Frühstück verlassen, wussten wir noch nicht was auf uns zukommt. Dabei war der Plan soooo gut 😉

Wir verließen die Eurovelo 4 um Richtung Süden von Saint-Aubin-sur Mer diesmal durchs Landesinnere zu fahren. Wir wollen Le Havre vermeiden und haben eine Möglichkeit gefunden mit den sogenannten Bacs du Seine. Die kostenlose Fähre startet in Quillebeuf-sur-Seine und soll uns beim Überqueren der Seine helfen. Diese liegt uns nämlich beim Weiterkommen „im Weg“ und für Fahrräder nicht ganz einfach zu überqueren. Unsere Recherchen haben uns darauf hingewiesen, dass die eine Brücke, die es noch gibt, eine Autobahnbrücke ist und Brücken hier sehr rar sind.

Wir lassen uns auf die anspruchsvolle Strecke Richtung Fähre ein. An das Auf- und Ab haben wir uns langsam gewöhnt 😉 Richtung Seine wird uns klar, dass auch diese von Kalksandstein Felsen umgeben ist, also ein Abweichen der Strecke mit (wirklich) großen Mühen verbunden ist. Deshalb sind wir foh über die Fährlösung. Was sollen wir sagen, ihr ahnt es ja schon…

Keine Fähre heute…. So eine Leuchtanzeige ist für Fahrradfahrer echt fatal. Kein Hinweis wann sie wieder fährt und wie wir ausweichen können. Wir suchen nach Möglichkeiten und radeln durchs häßliche und riesige Industriegebiet zurück – und das obwohl unser eigentlich geplantes Hotel gegenüber uns und nur die Seine dazwischen lag. Es knirschte schon jetzt im Stimmungsgetriebe.

Wir versuchen nun doch die angezeigte Brücke in Tancarville zu erreichen. Aber auch hier Fehlanzeige. Fahrräder verboten. Es gibt laut Navi ein Hotel in der Nähe als wir ankommen alles zugenagelt – zu verkaufen – hmmm…Die einzige Möglichkeit, die uns als Fahrradfahrer noch bleibt – ist Le Havre – MIST.

Es ist 17 Uhr und Le Havre ist immer noch 35km entfernt, 70km haben wir schon auf der Uhr, keine Unterkunft in Aussicht oder die Idee bis wohin wir kommen. Wir sind gereizt, genervt und hungrig und wenig konstruktiv. Es bleibt uns keine Wahl, wir fahren weiter, sind kurz davor am Rand der Autobahn bei irgendwelchen Schrebergärtnern um Unterkunft zu bitten. Nein, wir ziehen das durch in Le Havre werden wir schon etwas finden und tatsächlich ein IBIS beim Autobahnzubringer hat ein Zimmer frei und total nett sogar noch Pizza und Bier aufs Zimmer. Wir schlafen gut.

Aber es gilt immer noch die gute alte Seine zu überqueren, hier gibt es jetzt noch die eine Möglichkeit der Pont de Normandie, soll auch nur für Autos empfohlen sein, aber heute gut ausgeschlafen stellen wir uns guter Hoffnung der Herausforderung. Und heute läuft es für uns, ein wunderbares Erlebnis für den Tagesbeginn war diese Brückenüberquerung. Aber vorher durch den Hafen von Le Havre.

Auf der anderen Seite der Seine war plötzlich alles ganz anders. Überall kleine Cafés, plötzlich waren überall Hotels, Bäckereien und Supermärkte. Dadurch war heute die Versorgung auch wieder leichter. Und was wir hier bemerken müssen, auch die Temperaturen werden besser. Heute war der erste Tag, an dem wir unsere Softshell Jacken zeitweise mal in den Satteltaschen verstauen konnten.

Wir genießen diesen abwechslungsreichen Tag mit schmucken Orten, tollen Bauten, Naturschutzgebieten, und langen Strecken direkt am Meer. Der ganze gestrige Stress ist vergessen und auch hier in Caen finden wir ein gutes IBIS und wir nehmen uns Zeit für den Blog und die Planung für morgen. Wir haben ja eine Verabredung am Freitag Abend die eingehalten werden muss 😉

Ein Gedanke zu „Was erleben wir für Kontraste…

  1. Wie anschaulich euer Bericht, man fühlt die Anstrengung und Enttäuschung echt mit. Die Brücke ist auch sehr beeindruckend, aber wer sollte euch die Überquerung verbieten ? Da ist ja sogar ein Gebotsschild für Fußgänger. Wie schön, dass ihr so schnell belohnt werdet durch den zauberhaften Ort und die Möglichkeit sich Leckereien zu gönnen. Weiterhin nur gute Erlebnisse und gönnt eurem Körper Entspannung. Liebe Grüße 🥰Marianne

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