… so hatten wir uns das gedacht.

Schnell das rauhe Binnenland von Spanien mit all seinen Anstregungen, hinter uns lassen. Und wie es halt so ist – irgendwie haben wir dieses Land mit seiner unkakulierbaren Vielfältigkeit doch ins Herz geschlossen und jetzt geht es so plötzlich weg von hier. Abschied nehmen von unserem bisher größten Fahrrad Abenteuer.

Unser heutiger Track ist wieder selbst gebastelt, abseits von der Eurovelo 1.

Kurz haben wir es versucht den Orginalweg zu verwenden – sofort wieder unbefahrbare Wege – also stehen heute 90km an der Schnellstraße an. Relativ viel befahren und Gegenwind – aber was soll´s wir wollen heute an die Küste nach Ayamonte. Dafür müssen wir noch ordentlich ackern, aber als wir den Ort erreichen, von dem am nächsten Morgen eine kleine Fähre nach Portugal übersetzt, wird uns bewusst: WIR SIND TATSÄCHLICH QUER DURCH SPANIEN (nicht an der Küste sondern durchs Touristenniemandsland) geradelt!!!

Hochgradig erschöpft, genießen wir es trotzdem durch eine ebenerdige Stadt zu bummeln. Die letzen Wochen mussten selbst im kleinsten Ort auf dem Weg von A nach B ordentliche Steigungen bewältigt werden. Das war sicherlich auch der Grund, dass unsere Navigationssysteme immer überfordert waren. Die dritte Dimension konnte dort nicht abgebildet werden.

Am nächsten Morgen geht es ohne Frühstück (einige Hotels haben die Gastrononmie durch die Pandemie noch nicht wieder hochfahren können) los auf das kleine Boot Richtung Portugal. Fünfzehn Minuten trennen an diesem Ort Portugal und Spanien – und auch wieder nicht, weil an dieser Stelle auch gleichzeitig das erste Mal per Radreise von uns eine Zeitzone überschritten wird. Wir fahren um 10 Uhr los und sind um 9.15 Uhr da. In einem portugiesischen Café frühstücken wir und bemerken gleich die Unterschiede. Hier an der Küste Portugals wird es natürlich mit der Sprache gleich etwas leichter – die Gegend hier ist touristisch voll erschlossen, man spricht deutsch oder englisch.

Nach drei Wochen spanischem Binnenland – mit geringer Besiedelung und natürlich auch Sprachbarrieren – ist es mal sehr erleichternd, mal einfacher – ohne das Erlebte klein machen zu wollen – es ist eben auch mal ganz entspannt alle paar km sicher ein Café oder eine Bäckerei zu finden. Die Versorgung während der Tour wird dadurch nicht mehr so existenziell.

Und Portugal hat natürlich nicht nur diese rauhe Schönheit Spaniens. Portugal hat die Küste, die bunten Fliesen, verschörkelte Bauten und wieder eine geführte Eurovelo 1, die gekoppelt ist an die Atlantik Coast Route. Das gibt einem sofort ein viel sicheres Gefühl.

Wir radeln lange Zeit durch den Naturpark Ria Formosa. Hier finden wir bekannte Bilder aus Frankreich wieder. Salzgewinnung und Flächen für die Züchtung von Weich und Schalentieren passieren wir auf guten Wegen. Wir sind wieder beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit.

Unsere heutige Tour endet in Olhao bereits nach 60km. Uns steckt der gestrige Tag noch in den Beinen. Wir lassen den Abend in dieser portugisischen Hafenstadt ausklingen und sind gespannt wie weit wir morgen kommen.

Ein Gedanke zu „Mit Vollgas an die Küste…

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