so wurden wir in unserer heutigen Unterkunft erwartet und „gefeiert“ 😄 Gestern wären die letzten Skifahrer abgereist und damit die Wintersaison beendet und heute hätten wir den Startschuss für die Sommersaison gegeben.



Und das passte zu unserem Tag. Ein wirklich außerordentlicher Tag und auch irgendwie etwas naiv von uns ihn anders erwartet zu haben. Wir haben in Füssen einen Tag mit Regen abgewartet, die App sagte Sonnenschein und wir starten – bei Schneegriesel.
Na gut kein Problem, wir sind vorbereitet. Kleine Bahnfahrt (20Minuten) zum Start von Vils bis nach Heiterwang. Warm anziehen und dann in Heiterwang aussteigen. Heiterwang liegt nur ca. 150 Meter höher als Füssen (bei rund 1000Metern) und ist 20km von Füssen entfernt. Wir steigen also aus und sind in einer komplett weißen Winterlandschaft. Die größeren Strassen sind geräumt also los. Kurz darauf finden wir unseren Track.



Direkt hinter Heiterwang noch ein Hinweisschild am Fahrradweg „Achtung Durchfahrt verboten, für Fahrräder ab 1.04 erlaubt“ na das passt ja heute ist der 1.04, dann kann ja gar nichts mehr schiefgehen.
Knapp einen Kilometer weiter schieben wir das erste Mal. Noch geht es ganz gut, absteigen schieben, aufsteigen laaangsam fahren, wieder absteigen…gegen 14.00Uhr erreichen wir den Beginn des Fernpasses.




Wir fahren äh nein schieben im Wald auf einem Schotterweg den Pass hinauf erst bei 5 cm Schnee, dann bei 10 cm und dann, es folgen wohl noch zwei Kilometer, kommen wir an eine Abzweigung. Ralf setzt noch einmal an, das halbe Vorderrad versinkt im Schnee, er reicht bis fast zu den Knien. Auf diesem Weg gibt es auch keine einzige Spur mehr, keine Fahrradspur, keine Spuren von Wanderern nichts!! Wir müssen nicht lange überlegen, keine Chance viel zu riskant.



Also ging es ein kleines Stück zurück, Abzweigung und auf die Passstraße. Diese hat richtig viel Verkehr und zusätzlich dazu viele große Laster und keinen Seitenstreifen. Dass hier eigentlich keine Fahrräder erlaubt sind, macht es nicht besser. Darüber setzen wir uns die nächsten 1500 Meter bis zur Passspitze hinweg – und los.
Wir hangeln uns nach oben, es geht ganz gut, wir merken aber schon das die LKW-Fahrer nicht gerade glücklich sind wenn, diese wegen uns bremsen und am Pass wieder anfahren müssen. Geschafft wir halten oben an einer Haltebucht an. Dort steht auch ein großer LKW, der Fahrer machter gerade Pause. „Was macht ihr den hier?“ Ja…äh …Radweg, Schnee voll, tut uns leid. „Wo wollt ihr denn noch hin?“ Ja nach Imst, Übernachtung und so. Er schaut uns an und sagt kopfschüttelnd, dass es viel zu gefährlich ist den Pass auf der Straße runterzufahren. Zu viele Kurven und ein LKW kann bergab nicht mal schnell bremsen. Ich nehme euch mit, ihr müsst aber komplett hinten rein und dabei öffnet er schon den Laderaum.



Birgit und er tauschen die Handynummer für die Kommunikation aus Fahrerkabine zum Laderaum aus und los gehts. Im fast dunklen Laderaum den Pass runter ist schon sehr speziell, Ralf wird schlecht. Nach 15 Minuten kurzer Kontakt per Handy und er hält an einer Bushaltestelle. Der Fahrer und wir verabschieden uns ganz herzlich, was für ein Abenteuer, übrigens auch für ihn 😉 er machte Fotos für seinen Frau.




Der Rest ist ein Klacks bis Imst. Hier liegt null Schnee und die Sonne scheint. In den Bergen macht das Wetter seine eigenen Regeln.
Es ist unfassbar was ihr so erlebt, wenn man die Fotos nicht sehen würde, ist es kaum zu glauben. Überhaupt hat man den Eindruck, dass ihr ganz allein unterwegs seid. Der Wetterwechsel macht ja auch was mit der Kondition, also viel ( und gut ) essen und trinken. Aber ihr habt ja eine zehn Jährige Erfahrung in den Dingen und wisst was gut ist für euch.
Viele Grüße aus dem hohen Norden und weiter viel Glück.🍀
Nach Schneegriesel kommt Sonne oder wie war das? ihr seid verrückt 🤍