… Regen ist angesagt und Gewitter, irgendwie haben wir keine Lust dabei weiter in den Bergen rumzukrauchen. Gestern fiel uns im Hotel auf einer Anzeigezafel schon ein Radweg auf, der Richtung Süden und damit dirket Richtung Küste führt.






Ja das hat schon sehr gelockt, heute beim Frühstück haben wir dann entschieden spontan die Richtung zu wechseln. Der neue Radweg führt uns bis kurz vors Meer. Mit der Unterstützung von zwei Zugstationen sind wir dann direkt ans Meer gefahren.
Was für eine wunderbare Entscheidung!!!! Wir landen in Cannes, stehen am roten Teppich und feiern uns ein wenig, weil wir es vom Atlantik bis ans Mittelmeer geschafft haben. Jetzt stehen wir hier, eine Yacht größer als die andere und jedes, aber wirklich jedes, teure Mode und Schmucklabel ist am Straßenrand vertreten.






Nach der langen Zeit in der Natur nehmen wir gerne diese Stimmung auf und genießen den Blick aufs Meer und die abendliche Stimmung mit Aperol und Wein.



Der nächste Tag führt uns erstmal ähnlich mondän von Cannes über Antibes nach Nizza. Auf diesem Weg fallen uns insbesondere die Gerüche auf, die Pinien, der Flieder, der Geruch von Meer und Salz, ein leichter Kräutergeruch um die Mittagszeit und ab und zu ein Hauch von Chlor von den vielen Swimmingpools. Natürlich Menschen, viele Menschen, aller Art und jedes Alters. Genauso gibt es viele Fahrzeuge vom Auto bis zum akkubetriebenen Skateboard. Einfach gesagt man muss schon ganz schön aufpassen, weil sich Sportradler mit Hobbyradlern, Bikepackern und Rollerfahrern mit Fußgängern mischen, alle nicht nur aufmerksam bei dem Radweg, sondern immer auch mit einem Blick auf die beeindruckende Umgebung.






Hinter Nizza wird es dann wieder ernst, lange haben wir gestern noch über diesen Abschnitt der Reise diskutiert, trauen wir es uns zu oder lassen wir es bleiben und tun wir es nicht… können wir es dann allles bleiben lassen??? Wir haben dann einfach beschlossen, nicht weiter darüber zu diskutieren, sondern es uns zuzutrauen den „Col d´Eze“ (auch wieder ein Tour de France Abschnitt) zu fahren.





Dieser Pass führt oberhalb von Moncaco Richtung Italien über die Route des Grandes Alpes von Nizza nach Menton (Hauptstadt der Zitrone). Von 0m Meereshöhe direkt auf über 500m Höhe führt uns die Passstraße spiralförmig nach oben. Wir kämpfen sehr, erhalten Respekt von den Rennradfahrern, die die Strecke immerhin ohne unser 25 kg Gepäck fahren. Eigentlich hatten wir gefühlt gehofft, dass alle, die uns überholt haben mit nem Trommelwirbel oben auf uns warten und uns feiern 😉





Das war natürlich nicht der Fall, aber das Gefühl etwas geschafft zu haben, das man sich eigentlich gar nicht zugetraut hat, verursacht so ein besonderes Gefühl von innerem Frieden. Als wir oben standen hatten wir unseren eigenen Trommelwirbel und eine unfassbare Aussicht und Abfahrt.




Kurz vor Menton, kreuzte uns der Feierabenderkehr aus Monaco. Vorwiegend Mopeds und Motoradfahrer füllten mit uns die Straße und wir mittendrin. Höchste Konzentration kurz vor „Feierabend“ ist nötig. Wir übernachten hier in Menton und merken schon ganz deutlich, sprachlich, menschlich und kulinarisch die Schnittmengen vom naheliegenden Italien. Ist dies jetzt tatsächlich schon unsere letzte Nacht in Frankreich???
Un grand bravo pour cette belle étape à nouveau avec franchissement du col : nous sommes admiratifs de vos exploits ! Bonne continuation ! Et adieu la France pour découvrir maintenant l’Italie ! À bientôt 👋 Patrick et Nathalie