… das wird schnell deutlich, weil die Ortsnamen und die Straßenschilder uns nicht mehr französisch vorkommen. Im Gegenteil, es kommt uns alles sehr irisch, keltisch oder walisisch vor. Kleine Geschäfte und Spezialitätenläden weisen auch deutlich darauf hin.



Von Lannion fahren wir über Ploubezre wieder durch satte und überdiemensionale Waldgebiete und stoßen in Saint-Michel-en Greve wieder an die Küste. Hier treffen wir zwei ebenso begeisterte Radfahrer aus München, denen aufgrund der Schönheit der Küste ebenso die Sprache wegbleibt. Sie kommen uns entgegen und sin erst in Morlaix gestartet. Dies wird unser heutiges Ziel.
Was ich eigentlich die ganze Zeit schon erwähnen möchte und auf den Fotos bestimmt schon zu sehen war: Hortensien gehören hier wohl zum Guten Ton!!!! Jedes Haus hat üppige Sträuche vor den Türen, fast Hecken und in allen Farben, mit großen und kleinen Blüten und alle blühen was das Zeug hält.





In Morlaix angekommen freuen wir uns den westlichsten Punkt Frankreis unserer Reise erreicht zu haben, stromern noch etwas durch die Altstadt in dieser speziellen Stadt, die wie in einer Felsspalte erbaut wurde. Die Häuser sind eng und schmal aneinandergereiht, die Etagen in den Häusern nur durch enge Wendeltreppen zu erreichen. Ein riesiges Viadukt ermöglicht die Durchfahrt der Eisenbahn.



Wir sind schon ein wenig in Sorge, wie wir hier wieder rauskommen 😉 Ab morgen geht es dann nach Süden!!!



Hoffentlich kommen wir schnell aus der Stadt, bitte keine heftigen Steigungen mehr und nicht wieder so heiß…Der Wetterbericht sagt Sonne voraus, es soll wieder Steigungen geben und Morlaix hat richtig Verkehr. Nun wir wissen aber inzwischen jeder Tag wird anders und dieser Tag hat es wirklich in sich, im positivem Sinne.





Die Route verläuft direkt vor unserer Hoteltür und nach 50 Metern geht es von der großen Straße auf einen Radweg und schon nach 15 Minuten haben wir Morlaix verlassen. Jetzt gibt es eine kurze aber heftige Steigung und dann lösen sich alle bösen Vorahnungen auf. Wir fahren jetzt auf der „La Velodyssee“ oder Eurovelo 1 von Morlaix nach Carhaix auf einer alten Bahntrasse im Wald. Die Steigungen sind so sanft und bei den Abfahrten, natürlich auch ganz sanft, können wir es einfach rollen lassen.



Das Beste, wir fahren die ganze Zeit im Wald und somit im Schatten. Natürlich gibt es heute auch keinen Wind von vorne. Ein alter Bahnhof ist zum Cafe umgebaut worden, das passt also auch noch. Das Fahren heute ist wie Meditation, kein Auto, keine Industrie, ab und zu Wanderer oder Radfahrer das wars und zwar für 50km(!). Unsere Unterkunft heute liegt auch etwas abseits. Die Navigation schiebt uns auf eine normale Landstrasse, wie laut bitte sind Autos? Dann noch eine Steigung zum Abschluss und wir sind wieder in der Realität, na ja nicht ganz, denn wir übernachten in einem Bed & Breakfast welches aus mehreren Gebäuden besteht, einem sogenannten Weiler.





Das kommt uns sehr märchenhaft vor, etwas verwunschen und sehr idyllisch. Wir bewundern den Mut des jungen Eigentümers, der dies nicht Mut, sondern schmunzelnd Leichtsinn nett – sagt aber auch der erste Gewinn des Tages ist schon der morgendliche Blick aus dem Fenster.



Fürs Abendessen ist ein kleiner Platz im Kaminzimmer vorbereitet. Wir sind für uns, denn die 3 Gänge sind in Gläsern eingeweckt und können von uns in der Mikrowelle zubereitet werden. Sehr lecker!!!
Essen aus Weckgläschen – ist ja fast wie bei zuhause. Sieht traumhaft aus die Unterkunft. Mal wieder sehr besonders.
*euch
Also ein kleines Dorf zu einem Bed & Breakfast zu gestalten, dass ist schon schräg. Sehr originell. Wie schön es doch ist Europäer zu sein und solche Dinge mit euch kennenzulernen. Gute Weiterfahrt, meine Lieben.