wir starten zeitig, haben in unsrem Hauptstrassenzimmer erstaunlich gut geschlafen. Morgens noch ein Kaffee auf dem Balkon, dann ging es los. Anpacken am Berg 😉
Wenn ich eines aus Südfrankreich mitbringe als Erinnerung, dann sind es die Gerüche. Auf dem Weg nach Avignon fahren wir wieder an riesigen Lavendelfeldern, an riesigen Thymianfeldern, Sonnenblumenfeldern und an vielem anderen das gut riecht vorbei. Das ist wirklich intensiv.
Und natürlich Weinreben wo man hinschaut. Rebstöcke unterschiedlicher Generationen kriegen wir zu Gesicht. Zumal uns die Eurovelo 17 auch noch einmal die Weinberge hochtreibt, damit wir den Anbau des Chateuneuf du Pape begutachten können. Fast ehrfürchtig japsen wir an den Feldern und den Herrschaftshäusern vorbei. Aber als es wieder abwärts ging, waren wir schon dankbar.
Völlig unspektakulär erreichen wir die Wohngebiete von Avignon bei 35 Grad im Schatten. Der Altstadtkern wird von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben und wir haben uns dort in der Altstadt ein kleines Hotel, zentral gelegen aus unserem Reiseführer rausgesucht. Wieder schließt man uns zuvorkommend die Räder weg. Wir schleppen Sack und Pack nach oben (die Zimmer sind sobald wir reinkommen sofort im absoluten Chaos – wir sind inzwischen so gut eingespielt, dass trotzdem jeder Handgriff sitzt) und wir sind in 15 Minuten im Touristenmodus um uns Avignon anzuschauen.
Der Papstpalast und die so oft im Französichunterricht besungenen Brücke von Avignon. Wir haben wunderbare Abendsonne. Auf den Plätzen wird musiziert, gegessen getrunken und unnötiges Zeugs verkauft – sehr schön alles. Wir lassen und ausnahmsweise fußläufig treiben und genießen hier unser Abendessen.
Ab morgen wird es schwierig und nicht mehr so gut planbar. Wir müssen den Wechsel zwischen Eurovelo 17 und Eurovelo 8 finden, voraussichtlich in Beaucaire. Dann haben wir ab sofort keinen Reiseführer und keine feste Strecke mehr im Navigationsgerät. Es wird also nicht mehr so gut planbar sein, wieviel man am Tag schafft, somit auch die Planung der Unterkünfte schwerer. Mal sehen wie wir damit zurecht kommen.
Der heutige Tag, hat uns ganz schön auf die Probe gestellt. Wir haben zwar ziemlich zügig den Knotenpunkt von Velo 17 auf Velo 8 gefunden, mussten aber den Weg relativ bald verlassen, weil unsere Unterkunft nicht auf der Strecke lag. (für samstags ist das leider nicht immer so easy)
Unser Navi schickte uns über Feldwege mit riesigem Schotter, die ohne jeglichen Schatten waren. Staub und Hitze machten uns zu schaffen – und wir mussten schieben, bestimmt 4 km – na immerhin nicht bergauf…. es war schlimm. Jeder kämpfte für sich. Füllte zwischendurch Wasserreserven auf und hofften, dass das bald ein Ende hatte. Man glaubt es immer nicht, aber wenn man dann doch am Ziel ankommt und der Dreck und alles was an einem klebt abgeduscht ist, dann ist der Gedanke von Abbruch und was soll der Mist wieder schnell bei Seite gewischt. Und morgen sehe ich dann hoffentlich bald mal das Mittelmeer.

Und weil das Navi so einen Mist gemacht hat, habe ich dann auch nicht die von Van Gogh gemalte Brücke von Langlois in Arles gesehen, die Marianne uns empfohlen hatte – aber dafür hatten wir ausgiebigen Schotter 😉




















Danke, dass ihr uns so an eurer Reise teilhaben lasst und dass ihr nach solchen Strapazen noch die Kraft und Zeit findet, diesen schönen Reisebericht zu machen! 🙂
Ich wünsche euch noch schöne Tage und wunderbare Eindrücke.
Liebe Grüße aus dem zur Zeit sehr sommerlichen Hamburg.
Bettina
Danke für das Foto von dem „Brückenbild“
Weiterhin viel Spaß, trotz der Anstrengungen.