verzagt und etwas entmutigt und immer noch schwer erschöpft von diesem gestrigen Aufstieg machen wir uns auf den Weg. Es soll erstmal Richtung Pamplona gehen. Gleich am Anfang fahren wir wieder bergauf. Die Beine sind noch müde und so richtig sind wir hier noch nicht „angekommen“, kein Gefühl für das Gelände, kein Gefühl für die Tagesplanung – was ist schaffbar, wie sind die Anstiege einzuschätzen und trotz Mai herrscht hier eine drückende Hitze.

Nach 25km sind wir in Pamplona über ausschließlich viel befahrene Landstraßen angekommen. Die Stadt ist sehr hübsch, ein Marktplatz lädt zum Espresso und zur weiteren Tagesplanung ein. Wir haben heute keine Lust, die Beine sind schwer und Google empfiehlt einen Busbahnhof in der Nähe. Wir rollen einfach mal hin – mal schauen ob wir unser Tagesziel trotzdem erreichen können.

Am Busbahnhof angekommen, aber leider kein Bus, keine Information oder ein Ticketschalter zu sehen.

Es befindet sich alles im 2. Untergeschoss!!!!!!! Unglaublich, wie eine unterirdische Weltraumstation, was für eine logistische Lösung. Und noch viel besser – eine Fahrt mit Fahrrädern nach Estella-Lizarra ist möglich. Wir kommen nachmittags um 16 Uhr an, finden sofort eine Unterkunft und verbringen den Rest des Tages mit Erholung.

So gerüstet geht es an meinem Geburtstag mit einer tollen Tour weiter. Unser Ziel für heute ist Logrono. Es fühlt sich wieder besser an unterwegs zu sein. Das erste Stück Eurovelo läuft parallel zum Pilgerweg, mit einigen Wanderernwechselt man ein paar Worte, von allen kommt ein freudiges „buen camino“.

Hut ab – unerschrocken werden von den Pilgern viele hundert km GEWANDERT!!! Wir nehmen uns ein Beispiel – lassen uns ein auf die Entschleunigung und versuchen nicht gestresst zu sein, wenn der Tageschnitt nicht geschafft wird. Und schon fühlt sich wieder alles besser an, das liegt nicht an der Weinfontäne von der Bodega Irache, bei der man sich links von Wein und rechts von Wasser bedienen konnte 😉

Wir entscheiden uns, uns von den Kieselwanderwegen zu verabschieden (das muss gewandert werden und ist nicht zum Fahrradfahren geeignet) und fahren parallel zum Wanderweg auf der Straße. Ein ewiges Auf- und Ab allerdings heute immer die Möglichkeit den Schwung des Abrollens zu nutzen. Wir haben die Straße fast die ganze Zeit für uns alleine und eine Feldlänge parallel zu uns sah man die Wanderer, teilweise wie Perlen an der Kette.

Ein kräftiges Stück bergauf, noch viele tolle Ausblicke weiter, Pausen hinter Schatten werfenden Kirchen, starken Kaffee vor einer kleinen Dorfkneipe und wir erreichen Lograno.

Froh wieder einen Takt und Zutrauen bekommen zu haben gibt es noch ein schönes Essen und den Wein aus der Region in der wir heute eingetroffen sind – das Rioja.

Ein Gedanke zu „Wieder weiter Richtung Süden…

  1. Also wirklich, diese Weinbodega ist ja herrlich. Und diese Wellenstrasse auch. Wie schön, dass ihr euch ein bisschen vom Druck befreit habt und es gelassener angeht. Bin gespannt auf den nächsten Trip. Beste Grüsse aus dem abgekühlten deutschen Norden. Bussi

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