… und haben seit gestern Abend einen Plan, wie wir nach Hause kommen können.
Zunächst rollen wir von Absam in die Altstadt der Salzstadt Hall und lassen uns von der Altstadt bezaubern. Wir können uns von der Berglandschaft in sicherer Entfernung am Inntal nicht sattsehen.




Heute ist Pfingsten und gefühlt ist jeder im Umkreis, der ein Rad besitzt am Inn unterwegs. Die breiten verträumten Wege, die sich durchs Inntal schlängeln, entwickeln sich zu Autobahnen für Tourenräder, Ebikes und Rennräder mit Gruppenreisen, Familien, Sonntagsfahrern und Individualreisenden.



Hinzu kommt ein nicht unerheblicher Gegenwind. So wird auch die heutige Tour sportlich und wir nehmen noch einmal jeden Eindruck intensiv auf, wird es wohl eine der letzten Anstrengung werden. Wir fahren durch Schwaz der Silberbergbaustadt, Rattenberg der kleinsten Gemeinde Österreichs (434 Einwohner) und Wörgl nach Kufstein.



Hier endet unsere Tour für heute in einem urigen Gasthof, wir können abends draußen im Biergarten essen und sind uns einig, wir werden unsere Expedition jetzt beenden. Züge werden gebucht und Plätze für die Fahrräder organisiert.






Von Kufstein radeln wir am nächsten Morgen nach Rosenheim und befinden uns nach sieben Wochen wieder in Deutschland. Unser Einzug nach Rosenheim und somit die letzten Kilometer dieser Tour werden begleitet von einem Platzkonzert der Jugendmusikschul-Bigband Karlsruhe in der Altstadt. Die Tränen sitzen locker.



Morgen nehmen wir den Regionalzug nach München und für den frühen Abend haben wir den ICE nach Fulda gebucht.
Wir sind gespannt wie das mit den Fahrrädern klappt. Im ICE waren wir noch nie mit den Fahrrädern unterwegs. In Fulda übernachten wir noch einmal und am Tag drauf wollen wir mit dem ICE nach Hamburg starten, so unser Plan.


Ja sieben Wochen sind eine lange Zeit. Sind wir erholt? Rein körperlich ist so eine Tour schon anstrengend. Berge und Steigungen haben langsam ihren Reiz verloren und die eine oder andere körperliche Abnutzung machen sich bemerkbar, geschweige denn die Motivation sich weiter zu „quälen“.
So ab der vierten Woche wird der Kopf frei. Den ganzen Tag mit sich und dem Track auf dem Rad und die einzige Aufgabe – die heutige Strecke schaffen, das tägliche Abenteuer zu erleben und zu erfahren. Die Freiheit auf dem Fahrrad gerade in den ländlichen Gegenden ist vom Gefühl nicht zu toppen. Die Taktung des Tages ist völlig anders zu dem klassischem Alltag von uns zu Hause. Es gibt so viele kleine Geschichten, die wir in diesem Block nicht erwähnt haben, sie sind einfach nicht in Worte zu fassen.
Es sind die Hunde die ihre Schafe bewachen uns angreifen, weil sie uns als Bedrohung ansehen (ein Glück gab es noch die Schäfer 😉 oder der Schwan, der Frau und Kinder bewacht und wir deshalb auf die Felder ausweichen, die Schnecken die wir im Slalom umfahren, die französische Bus Reisegruppe, die aufgrund ein paar Worten auf Französisch volller Begeisterung unseren Berichten applaudiert, Geccos queren unseren Weg mit lustigen Sprüngen in die Seitenstreifen, eine fette Schlange ignoriert uns zum Glück bei der Überquerung der Straße. Ganz zu schweigen von diesen vielen netten Menschen – unabhängig von Herkunft und Sprache, die neugierig, freundlich und wissbegierig aufeinander waren, alle einig in dem, dass man grenzenlos und offen sein möchte.

Wir betrachten heute Abend im Hotel bei einem Glas Wein die Fotos und sind teilweise etwas sprachlos, was wir alles erlebt und gesehen haben. Wir sind froh mit euch diesen Blog geschrieben zu haben, damit wir uns lange an alles erinnern können. Wir sind etwas müde, erschöpft, voller Eindrücke, dankbar und sehr, sehr zufrieden…