… unser Frühstücksraum heute morgen war genauso „old school“ wir das ganze Gebäude. Inzwischen wissen wir von dem englischen Gastgeber, dass sein Gebäude von einer französischen Familie gebaut wurde, die vor der Stadt noch heute ein Schloss besitzt (Château d’Arfeuille). Mit der älteste Teil des Hauses ist der im Foto gezeigte Kamin. Dort ist das Jahr (Herstellung) 1761 eingraviert.

Mit viel Liebe fürs Detail wird hier auf altes, retro Design geachtet und wie selbstverständlich werden moderne Gegenstände eingebunden. Beim Frühstück sitzen wir in einem Raum in dem für uns dieser alte Kamin schon angeheitzt wurde. Jedes Möbelstück, die Kaffekanne, die rosa Kanapes, der Servierwagen alles wirklich alt und trotzdem fügen sich zwischendurch der Repeater und das Sonos System ein. Herrlich!!!

Für uns geht es weiter, wir verlassen diesen gediegenen Ort – und es geht gleich mit einem Anstieg los 😉

So läuft es heute den ganzen Tag. Regen kommt hinzu, aber es stört uns nicht so sehr, weil wir heute nicht so viele km fahren. Kurzzeitig wurde es sehr anstrengend, weil wir tatsächlich von der Straße weggeleitet wurden, uns durch matschige Waldwege weiter zurechtfinden müssen. Im nachhinein vermuten wir aber, dass uns das einige Höhenmeter erpart hat.

Für heute Nacht landen wir wieder in einem privaten Gästehaus. Die brasilianische Gastgeberin hat einen Engländer geheiratet und die haben sich hier in Giat dieses Chateau gekauft – much work – viel Arbeit – das hören wir von allen, die sich solcher besonderen Gebäude annehmen, aber auch viel Leidenschaft und Lebensfreude dafür.

Weil alle Restaurants geschlossen haben, wird für uns noch Kürbissuppe gekocht, Baguette, Käse und Rotwein machen das Abendessen komplett. Morgen geht es weiter Richtung Clermont-Ferrand.

So charmant wie diese persönlichen Unterkünfte sind, so sehr wünschen wir uns mal wieder klassische Standards 😉 warme Badezimmer, Toiletten an denen man nicht festfriert, Betten die breiter als 1,40 m sind, Wasser das man durch einen Mischhebel auf lauwarm stellen kann, eine Zimmergröße, die es möglich macht unseren ganzen Kram übersichtlich auszupacken…. dies alles hat in den letzten tollen und besonderen Unterkünften, weichen müssen. Dafür haben wir aber auch einen Einblick in verschiedene Lebensphilosphien erhalten. Wir verlassen „unser“ Chateau mit etwas mitleidigen Blicken unserer Gastgeberin, die frierend zum Abschied winkte.

Unsere heutige Fahrt führt uns durch das Zentralmassiv Frankreichs. Geprägt wird dieser Bereich durch eine alte Vulkankette. Es sind 4 Vulkanmassive: Monts Dômes (Puy de Dôme 1465 m), Monts Dore (Puy de Sancy 1886 m), Cézallier (Signal du Luguet 1551 m), Mounts of Cantal (Plomb du Cantal 1855 m). Unser Ziel ist der Monts Domes (5760 v. Chr. das letzte Mal ausgebrochen… da besteht wohl kein Grund zur Sorge), denn da haben wir für heute eine Unterkunft gefunden (klassisch im Jungendherbergstil 😉

Wir sind überwiegend wieder in Wäldern unterwegs und haben heute Glück, dass es nicht regnet. Durch die steigende Höhe wird der Wind ab nachmittags wieder ungemütlich eisig. Trotz allem schaffen wir heute unseren ersten offiziellen Pass in diesem Jahr, bevor wir zu unserer Unterkunft hinunterrollen können.

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