… und diesmal erklären sich für uns auch alle anderen Straßenbeschädigungen!!!

Von Vasto nach Termoli waren es eigentlich nur 35km ziemlich entspannt an der Küste entlang zwischendurch in Abschnitten an der SS16 (Strada Statale 16 Adriatica), der großen Nord Süd Verbindung an der Adriaküste. Diese Straße ist rund 1000km lang. Die nutzen wir die letzten Tage eigentlich schon öfter mal ab und zu.

Diesmal stoßen wir uns die Nasen kurz hinter San Salvo, als wir eigentlich auf einer Brücke der SS16 den Fluss Trigno überqueren wollen. Spontan und plötzlich, wie wir es schon kennen, absolute Vollsperrung und da gibt es auch gar keine Diskussion. Ralf hat natürlich noch einmal alles versucht in seinem Ehrgeiz eine Lösung zu finden. Wie wir später am Abend erfahren in diesem Falle wirklich nicht möglich. Vor sechs Wochen hat die Region hier so ungewöhnlich starke Regenfälle erfahren, dass Straßen und Brücken unterspült wurden sich der Asphalt gespalten hat und die Brücke der SS16 zusammenbrach und eingestürzt ist. Das erklärt natürlich auch die vielen anderen kleinen Schäden, die wir bisher immer umfahren oder aber improvisieren mussten.

Für uns hatte es nach vielem Gesuche zur Folge 25km zuätzlich zu fahren, denn eine Autobahnbrücke und eine Eisenbahnbrücke bringen uns nicht weiter. Zunächst sehr ärgerlich aber nachdem wir uns wieder auf die Umgebeung konzentrieren konnten, stellen wir fest wieder einen neuen Abschnitt Italiens kennzulernen. Die Umgebung war unerwartet und wunderschön – abseits der Promenadenstraßen plötzlich weitläufige, wellige, hügelige Umgebung – alles grün, voller Blüten und Vögeln und Insekten, leider ab 15 Uhr auch wieder Wind.

Unsere Einfahrt nach Termoli in die Altstadt und der weite Blick zurück an die Küste, die wir bereits gefahren sind macht uns sehr zufrieden und dankbar. Der Trubel in Termoli, die vielen kleinen Restaurants, das Leben draußen mit Kopfsteinpflaster und in engen Gassen genießen wir sehr.

Von Termoli machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg zur Lagunenstadt Lesina. Es ist bedeckt und im Laufe des Tages soll auch der Wind von Süden, gestern das erste Mal spürbar, deutlich zunehmen. Wir haben in Termoli wirklich gut geschlafen und fahren erstmal ganz entspannt los. Es geht weg von der Küste. Wir fahren auf wenig befahrenen kleinen Strassen, hier gibt es keine Radwege mehr. Der Asphalt ändert sich, es gibt mehr Schlaglöcher, dafür auch nur noch ganz wenige Autos. Der Wind wird immer stärker und es gibt auch Steigungen. Wir sind in Süditalien, Apulien angekommen.

So gegen 13.00Uhr erreichen wir Chieuti das liegt immerhin schon auf 220 Meter Höhe und rasten dort. Ja und Birgit sagt noch, „Wir haben bis Lesina nur noch eine Steigung, also kein Problem und dahinten wird es ganz schön dunkel“. Wir fahren weiter, es ist plötzlich total ruhig, rechts und links grüne Hügel, wunderschön. Noch 20km bis Lesina und wir biegen ab, jetzt Wind von vorne. Starker Südwind bis 50km und aus der Straße wird Schotter, dann eigentlich nur noch Steine – also schieben.

Das kann man doch bestimmt noch steigern, oder? Klar jetzt kommen extreme Steigungen dazu und hinter uns donnert es und die ersten Tropfen kommen von oben. Der ganze Spuk dauert ungefähr 20 Minuten, das Gewitter wurde durch den Wind weggepustet, nach Regen kommt Sonne und zu zweit bekommen wir auch die Räder hoch. Trotzdem heftig, Natur pur halt. Eine Stunde später erreichen wir Lesina und wieder könnte der Kontrast, im positivem Sinne, nicht größer sein.

Unsere Unterkunft heute ein bed&breakfast direkt an der Lagune mit Balkon und Blick Richtung kommenden Sonnenuntergang. Die riesige Lagune wirkt sofort beruhigend und lässt alle Anstrengung vergessen. In der Bar vor unserem Balkon werden Instrumente für Lifemusik aufgebaut und nebenan gibt es eine Bodega mit fangfrischem Fisch und gutem Wein. So lassen wir den Abend ausklingen, lauschen der Musik nach Sonnenuntergang, das war wirklich alles sehr italienisch.

Ein Gedanke zu „Schon wieder eine Umleitung …

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