… es war nur leider immer noch bitterkalt. In Ziegenrück war gestern Abend das erste Mal blauer Himmel zu sehen. Und tatsächlich fuhren wir das erste Mal noch 5 Tagen ohne Regen los.


Die Waldböden Richtung Bleilochtalsperre waren durch den nassen April matschig, schwergängig und verlangten uns einiges ab. Es ist noch nicht möglich irgendwo spontan Pause zu machen, es ist einfach noch zu kalt. Trotzdem entfalten diese ersten Tage auch ihren Charme. Es ist ruhig und wir sind eigentlich immer alleine mit uns und den Fahrrädern, mal ein Wanderer (oder Wanderin), mal ein Auto, das wars. Der Saale-Radweg führt kaum über Strassen.




Die Naturszenarien sind umso spektakulärer. Die schon gestern erwähnte Bleilochtalsperre, die erste Bauphase startete schon 1926, stellt den größten Stausee Deutschlands dar. Er wird auch Thüringer Meer genannt und erinnert an Binnenseen wie das Steinhuder Meer oder den Genfer See.



Bei der Einfahrt nach Blankenstein wundern wir uns über Berge von Holzschnipseln, zunächt hielten wir es aus der Ferne für Sand. Aber der Geruch nach Holz belehrte uns eines Besseren. Es war die Zellstoff und Papierfabrik Rosenthal (ZPR) am Rennsteig in Blankenburg. Diese verarbeitet pro Jahr etwa 1,8 Mio. Festmeter Holz. Das sind bestimmt ganz schön viele Bäume.


Gastronomie oder Hotelerie gibt es hier leider nicht, das Stadtbild wird bestimmt durch riesige Laster, die als Zubringer für diese Fabrik unterwegs sind.



Für uns geht es deshalb weiter Richtung Hof. Gleich wieder geprägt durch einen hohen Anstieg. So langsam kommen wir uns vor wie die Schnecke, die wir vor Kurzem fotografiert haben.

In Pottiga finden wir ein Gasthaus. Die Gastwirtin begrüßt uns als einizige Gäste und hat viel zu erzählen von DDR Zeiten, von Sperrgebieten, Neuaufbau und Vor- und Nachteilen der Wiedervereinigung. Wieder nehmen wir besonders persönliche Eindrücke aus der Geschichte mit.
Dazu gibt es Gulasch mit Nudeln und wir freuen uns auf den morgigen Tag. Er wird irgendwie einen Abschied unserer ersten Etappe sein. Der Saaleradweg ist beendet in Hof, dann geht es näher an die Tschechische Grenze, den sogenannten Iron Curtain Trail.
Hallo Ihr Lieben,
danke für die schöne Fotostrecke und die Einblicke.
Ihr seid aber kernig! Das sieht ja nicht gerade gemütlich aus, aber beeindruckend ist die Natur bei jedem Wetter. Toll, das ihr das trotzdem durchzieht. Bestimmt wird das Wetter bald besser. 🙂
Liebe Grüße, Bettina