… nach dem wirklich sensationellen Aufenthalt am See mit Sternenhimmel fahren wir fast zögerlich los.

Aber kaum auf dem Sattel freuten wir uns schon auf den heutigen Grenzübergang. zunächst aber genießen wir noch einige Kilometer diesen riesigen Stausee. Eigentlich könnte man alle paar Meter stehen bleiben, um Fotos zu machen. Wir fahren dann bei besten Wetterbedingungen in wellenförmigem Auf- und Ab Richtung Spanien. Das ging fix, gut gelauntes: „Tschüß Portugal“ und „Hola Spanien“.

Dann ging es ab ins Gelände, unser Track schlug uns eine Strecke abseits der großen Straßen vor. Wir dachten wir geben dem Ganzen noch eine Chance. Und was sollen wir sagen auf Spanien ist Verlass!!
Zuerst wird diskutiert Landstrasse oder einfach rechts in die Wildnis. Der Weg sieht ganz gut aus also rechts ab. Die ersten drei Kilometer sind völlig OK. Tolle Brücke, tolle Landschaft, ganz alleine alles gut.


Die nächsten zwei Kilometer gehen so. Na gut umdrehen lohnt nicht mehr also weiter. Die Wege werden immer wilder. Laufend müssen wir Viehgitter am Boden überwinden. Plötzlich sehen wir ca. 100 Meter vor uns eine Herde Rinder, also diese mit den dicken Hörnern, alle schauen uns an, wir so ganz langsam vorbei. Als wir näher kommen setzt sich die komplette Herde in Bewegung, beginnen zu galoppieren? Aber von uns weg, ufff… 🙂 Leider kein Foto da wir auch richtig Angst hatten, dass sie unsere Richtung einschlagen.

Weiter gehts hoch und runter, Tore oder Gatter öffnen und wieder schließen. Die Hälfte können wir – langsam – fahren, oder nennen wir es rollen die andere Hälfte müssen wir schieben. Plötzlich freilaufende Schweine, total aufgeregt uns zu sehen. Auch Schweine können ganz schön schnell laufen. Irgendwo auf einer Anhöhe ein Stall, freilaufen Hunde, ätzend auch das noch. Bis auf Bellen passiert aber nichts.

Dann noch eine kleine Flussüberquerung und der Wunsch wieder eine Strasse zu finden wird größer. Irgendwann hören wir ein Auto und folgen dem Geräusch. 25 Kilometer Feldweg langen. Wir nehmen die Strasse und damit einen Umweg in Kauf. 21Uhr ist Sonnenuntergang wir sind um 20.45Uhr im Hotel. Was für ein Tag!!!!!

Spätes Abendessen mit Hühnchen und Pommes begleitet von spanischer Tanzmusik im Hintergrund und ein gutes Bett richten uns für den heutigen Tag wieder her. Unsere Fahrräder haben auf dem Balkon genächtigt und sehen so langsam schon etwas mitgenommen aus. Auch wir sind in diesem Zustand durch die lange Fahrt von gestern. Das merken wir, als wir noch zur Altstadt hinaufschoben um noch ein Bild von dem kleinen Ort zu bekommen, Jerez de los Caballeros hat hinter jeder Ecke eine Sehenswürdigkeit.

Als wir dann endgültig loskamen war es dann schon fast zu warm für die vielen Steigungen, die noch auf uns warten. Langsam beißen wir uns durch die Serpentinen der Sierra Morena, wieder mal falsch eingeschätzt bei der Planung zu Hause im Sessel 😉

Trotz Pausen und vielem Trinken wird es uns heute zu viel, wir brechen auf halber Strecke ab, nachdem wir bei einer Pause auf dem Supermarkt Parkplatz erfolglos einen fahrbaren Weg gesucht haben, der uns nicht in die Situation bringt, keine Unterkunft zu finden, die hier in der Gegend nicht so weit verbreitet sind. Wenn wir uns jetzt entschließen weiterzufahren, muss das ganze Stück auch gefahren werden und kann nicht einfach so zwischendurch abgebrochen werden. In Fregenal de la Sierra finden wir eine lauschige Unterkunft mit Terasse. Wir werden Wäsche waschen, faulenzen und werden unsere Strecke weiter optimieren.

Ein Gedanke zu „Auf dem Weg nach Spanien …

  1. Guten Morgen,
    nachdem ich euren Bericht mehrmals gelesen habe, muss ich euch sagen, dass ihr die Erfahrungen aus den früheren Fahrten erfolgreich umsetzt. Auch der Zeitpunkt scheint gut gewählt, wenn man sich den Himmel so anschaut. Die Radwege sind wohl eher für Esel und Karren geeignet, anstatt für „Drahtesel“
    Eine angenehme Weiterfahrt und viele Grüße

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