… heute haben wir alles an Bodenbelag mitgenommen, was es gibt. Wir starten ganz normal so gegen 10.00Uhr. Geschlafen haben wir dann doch ganz gut, weil die Straße deutlich ruhiger wurde. Nachts musste Ralf als alter „Röglin Kabeljero“ noch einmal den Kühlschrank schnell ausbauen, damit wir den Stecker ziehen können, der war wirklich laut.

Wir sind inzwischen sehr vorsichtig, was unsere vorgefertigten Strecken angeht. Ab in die Wildniss kann unkalkulierbar sein. Die Wege sind teilweise in extrem schlechtem Zustand. Bei den Autobahnen in Spanien scheint es aber immer neben der Autobahn einen Serviceweg zu geben die „Camino de Servizo“.

Eigentlich nicht als Fahrradweg gedacht aber erlaubt. So fahren wir heute ungefähr 45km auf Schotterwegen neben der Autobahn, bevor wir den Rest der Tour wieder Strasse fahren. Vorteile, eine Autobahn hat kaum Steigungen, wir können irgendwie auf die Rastplätze an der Autobahn gelangen (werden dort natürlich etwas komisch angeschaut), wir können fahren wenn auch nicht schnell. Nachteil, es gibt kleinen Schotter und groben Schotter, Schotter mit Reststraße, Schotter in hell und in dunkel, Schotter mit Schlaglöchern u.s.w… es ist also etwas (vorsichtigt ausgedrückt) eintönig ääähmmm schottrig.

Irgendwann sind wir durch und sitzen in einem Cafe in einer kleinen Stadt und denken „Marokko 400km Schotter durch die Wüste“ müssen wir dann doch nicht mehr haben. Unser heutiges Ziel Marchena bietet ein perfektes großes Zimmer und super Abendessen. Ein junger Mann begrüßt uns mit gutem Englisch (ist hier eher selten). Birgit und er sind sich sofort einig. Ja er ist heute morgen um die Stadt gelaufen und danach eine Stunde Krafttraining. Wir sollen das essen, was er heute gegessen hat.

So kamen wir zu einem extrem leckeren Abendessen und hatten eine gute Nacht.

Am nächsten Tag geht es dann relativ unspektakulär über Land, lange Hügel, unendliche Olivenhaine, Felder mit Getreide und Kräutern. Es duftet unglaublich und da wir überwiegend auf einer wenig befahrenen Straße unterwegs waren, konnte man heute die Gedanken schweifen lassen. Wo wir gerade von Gerüchen schreiben, muss ich auf jeden Fall erwähnen, dass der Geruch von geröstetem Brot und geröstetem Kaffee auf jeden Fall zu Spanien gehört.

Jetzt gilt es noch eine Gebirgskette zu überqueren, die uns vom Mittelmeer trennt – die macht uns heute etwas Kopfzerbrechen, weil uns unsere Sesselplanung von zu Hause nun doch sehr ambitioniert vorkommt. Ich denke wir schlafen jetzt erstmal drüber und zwar in Puente Genil.

2 Gedanken zu „Mit Autobahn und Schotterwegen …

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