… gleich beim Aufwachen merken wir, dass etwas anders ist. Es ist leise 😉 der Wind ist weg!!!!

Ich war schon kurz davor unsere Art zu reisen in Frage zu stellen, aber als wir heute auf die Räder stiegen, war alles wieder so wie es sich gut anfühlt. Diese Lautstärke und dieser Windwiderstand müssen uns enorm zugesetzt haben.

So nehmen wir auch heute Morgen erst wahr, an welchem besonderen Ort wir eigentlich übernachtet haben. Immerhin war das gegenüber eines Weltkulturerbes, nämlich eines prähistorischen und frühgeschichtlichen Turmbau der Bonnanaro Kultur (2200–1600 v. Chr.). Mächtig tront sie auf einer Anhöhe vor uns. Das sieht man mal wie erledigt wir gestern waren 😉

Bei blauem Himmel und guten Wegen hält uns das Fahrrdreiseleben bei guter Laune und wischt den Kummer von den letzten Tagen beiseite. Richtung Oristano kommen wir gut voran und so geschieht es, dass wir am Abend endlich mal wieder das Meer sehen, diesmal an der Westküste von Sardinien. Wir haben die Insel nun einmal diagonal gequert. In den nächsten Tagen geht es dann Richtung Norden weiter.

In der Nähe von Cabras finden wir eine Unterkunft. Da wir ein Zimmer mit Terasse haben, kaufen wir ein und genießen den Moment vor unserem Zimmer. Die Strecke für den morgigen Tag wird geplant.

Heute geht es dann bedeckt und mit Gewitterwarnung weiter Richtung Norden. Unser Track führt uns nach Bosa, ein Küstenort an der Temo Mündung.

Bis dahin ist wieder einiges an Steigung zu bewältigen. Da der Wind heute wegfällt, ist es aber nicht so ein Kampf wie die letzten Tage, oder liegt es auch daran, dass das Meer wieder in Blickrichtung ist?

Alles in allem bleibt es aber bei skurilen Streckenführungen und überraschenden Ausblicken. Sardinien ist unfassbar mit seinen Buchten. Wir können schon verstehen, dass diese Insel Ziel von Seglern ist. Jetzt haben wir noch ein kleinens Stück über die Steigungen an der Küste bis Alghero zu meistern und dann liegt Porto Torres, der Endpunkt von Sardinien und Italien vor uns.

Heute hat Sardinien dann noch einmal richtig einen „rausgehauen“. Wir hatten eigentlich schon abgeschlossen. Der Weg von Bosa nach Alghero waren nur 45km…. aber mit allem was geht und vor allem 700hm und Regen 😉

Aber es ist ein Unterschied zu Höhenmetern mit Wind, klar das ist anstrengend aber man kommt stetig voran und zum Glück hatten wir das Meer wieder an unserer Seite.

Und ganz ehrlich, wie verrückt ist das eigentlich wo wir überall auf diesem Kontinent mit den Rädern rumfahren. Oft sind wir einfach glücklich, dass wir an Orten mit Rädern auftauchen, wo sich manch einer wundert, wo kommen die denn her????

Immer harte Arbeit aber auch immer wieder das Hochgefühl es geschafft zu haben, wobei ich nicht leugnen möchte, das Rad auch manchmal mitsamt Gepäck die nächste Klippe runterschubsen zu wollen. Aber dann zieht Sardinien immer wieder mit einem besonderen Ausblick einen Joker und hat uns wieder schnell auf seiner Seite 😉

Wir haben Glück eine superschöne Unterkunft direkt am Meer zu finden und hier planen wir unsere Abfahrt in Porto Torres nach Spanien. Apropos Spanien, tatsächlich hat Alghero auch schon spanische Einflüsse, weil Alghero als Klein-Barcelona oder als katalanische Insel in Sardinien bekannt ist. Wir haben sogar auf den ersten Speisekarten schon Tapas gesichtet.

Morgen werden wir Wäsche waschen, hoffentlich die Bremsen von Birgits Rad reparieren lassen, die Altsstadt besichtigen und etwas ausruhen, bevor es übermorgen nach Porto Torres geht.

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