… unser Aufenthalt in Ejea de Los Caballeros hat eigentlich doch noch etwas Aufmerksamkeit verdient. Wir haben gestern schon von Miguel berichtet, der uns so herzlich empfangen hat.





Er berichtete stolz, dass dieses Gebäude, in dem wir heute übernachten in der achten Generation im Familienbesitz ist. Bei Sanierungsmaßnahmen wurde dann irgendwann festgestellt, dass unter dem Boden noch eine uralte Stadtmauer sein musste. Diese wurde mühsam freigelegt und dann tatsächlich mit Glasboden versehen. Das war dann Teil unseres Frühstückraumes. Wir sind sehr beeindruckt. Überhaupt war die ganze Unterkunft sehr Besonders und wir starten gut ausgeruht.






Wir haben Glück und genießen eine traumhafte Fahrt Richtung Tudela, wir verlassen die Region Aragon und sind jetzt in Navarra. Das Gebiet ist hier bestimmt durch lehmhaltige Böden, die Spitzen der Anhöhen sind durch Wind und Wetter abgetragen und dadurch zu bizarren Landschaftsszenarien gestaltet worden. Wir können uns nicht sattsehen, dadurch geht die Fahrt wie im Flug.





Ein Snack am Bahnhof von Tudela und von dort fahren wir mit dem Zug nach Logrono. Wir sind selbst überrascht, dass uns Renfe diesmal ohne Schienenersatzverkehr auf direktem Wege transportiert. Alles lief völlig unkompliziert. Wir nehmen uns Zeit in Logrono die Altstadt zu besichtigen und essen dann doch mal wieder Pizza 😉 gerne vegetarisch, weil uns die vielen Schlachthöfe unterwegs und die vielen Tiertransporter, die uns an den Straßen überholen dann doch den Appetit auf Schinken verdorben haben.
Auf unserer heutigen Strecke begleiten wir zum ersten Mal viele Pilger, denn unser Weg auf der Eurovelo 3 ist auch gleichzeitig der Weg nach Santiago de Compostela. Es hat wieder was Magisches, wie sich alle Reisenden unterschiedlicher Sprachen, körperlichen Zuständen und Herkünften aufgrund eines gemeinsamen Zieles zusammentun.



Wir sind allerdings froh auf dem Rad unterwegs zu sein und weichen dann auch, um unser heutiges Ziel zu erreichen auf eine der sensationellen Nationalstraßen aus. Also weiter auf der N 120, die von Logrono nach Vigo führt. Uns begleitet sie heute bis nach Santo Domingo de la Calzada.




Es ist so verrückt, die Straße ist teilweise 4spurig und bestens ausgebaut und weil in der Nähe parallel dazu die Autobahn verläuft, fährt hier keiner außer uns. Auf einer Länge von 30km begegneten wir 1 Laster und 2 PKWs, ach ja und wir hatten keinen Wind 😂



Genau mit dem Optimismus sind wir heute Morgen trotz schlechter Wettervorhersage Richtung Burgos gestartet. Es kommt tatsächlich immer wieder wirklich immer wieder anders als wir uns den nächsten Tag anhand des Vortages vorstellen – das ist einfach Gesetz. Wir dachten wieder so unbehelligt 70km auf der unbefahrenen Bundesstraße nach Burgos zu tingeln. Wir fangen aber erstmal mit einer riesiegen Baustelle an, die es nötig machte, dass wir dann doch wieder auf den Wanderwegen unterwegs sind. Wieder wie an einer Perlenkette aufgeschnürt begleiten uns unverdroßen die Wanderer mit ihrem Pilgerauftrag.


Dunkle Wolken ziehen auf, wir sind skeptisch, machen erstmal Pause nach 25km harter Arbeit. Dann öffneten sich die Schleusen und die Temperatur fiel auf 11 Grad. Wir sind fassungslos – im Mai!!!! in Spanien!!!! Wir stellen uns an einem kleinen Häuschen unter, dort wartet auch schon ein Pilger, der uns auf den Zettel an der Wand aufmerksam machte. Es ist eine Bushaltestelle!!!!!!! Glück muss man haben 😉 allerdings kam der wissende Hinweis, dass man die Karten nur online kaufen kann und auch keine Fahrräder mitgenommen werden.
Egal, wir warten – so viele andere Optionen fielen uns auch gar nicht ein. Der Busfahrer war aber tiefenenspannt und hatte wohl ein Einsehen, dass er uns nicht zurücklassen kann. Wir sollten uns nur sputen, damit er schnell weiterfahren kann. Mit dem Einladen unserer 7 Sachen sind wir ja erprobt. Uns fiel ein Stein vom Herzen und gerade jetzt während wir die Strecke fahren, die wir auch hätten fahren sollen. Die vielen Laster und Busse hätten uns zusätzlich zu dem Starkregen von oben, von der Seite mit Wasser versorgt. Wir haben also richtig Glück gahabt. Zumal wir auch noch vor dem richtig großen Gewitter ein Hotel erreichen.





Hallo ihr Lieben,
ihr habt ja phantastische Unterkünfte. Tolle Fotos. Danke für die Eindrücke. Ich wünsche euch eine gute Fahrt weiterhin und schönes Wetter und nette Begegnungen. 🙂
Liebe Grüße
Bettina