…sonst kann ich einen Wanderurlaub machen!!! Sooo genervt war ich heute!!!

Das Stimmungsbarometer war tief, Grund wieder einmal die Schotterstrecken und nun kam auch noch der kühle Ostwind (Gegenwind) dazu und das erforderte langsam richtig Willenskraft, das ganze hier noch als spaßig zu empfinden. Kurz hinter Valenza versuchen wir es wieder mit unserer geplanten Strecke.

Wir werden eingenebelt von Lastern, die ebenfalls unsere Wege nutzen und unnötig es zu erwähnen, wir kommen langsam voran, weil wir wieder viel schieben müssen. Wir buchen telefonisch schon von unterwegs unsere Unterkunft, aufgrund einer Messe in Pavia und Milano war nämlich schon so ziemlich alles ausgebucht. Wir finden in einem Vorort von Pavia (Mezzana Corti) noch ein Motel, das noch ein Plätzchen für uns hat. Hierzu müssen wir aber sagen das wir uns schon vor dem Start einer Reise eine Liste mit Unterkünften vorbereiten.

Nun gilt es für uns noch kurz die Brücke über den Po zu überqueren und dann ist drei km später unsere Unterkunft. Wir überlegen jeder schon, ob zuerst duschen oder essen angesagt ist…..

Ja und wieder einmal eine große Überraschung. Die Brücke ist gesperrt und verwehrt uns Fahrradfahrern kompett die Durchfahrt, die Autos werden halbtägig im Wechsel, mal in die eine, mal in die andere Richtung durchgelenkt. Wir standen ein wenig konsterniert und ungläubig vor den Verbotsschildern – auch wenn wir uns bisher immer drüber hinweggesetzt haben. Diesmal war es unmöglich, denn auch ein Mitarbeiter der Baustelle, der keinen Widerspruch zulässt baut sich vor uns auf und bot uns eine Flussüberquerung in 20km Entfernung an…… weiß der was das für Radfahrer am Ende einer Tagestour von 70km bedeutet???

Wir suchen nach einer Lösung, die Idee mit der 2.Brücke geht einfach nicht mehr. Nach einer Weile hatte er dann wohl doch Mitleid mit uns beiden und warf noch die Idee einer Zugfahrt über die Brücke in die Waagschale. Bingo!!! Ruckzuck zum Bahnhof, 10 Minuten, dann schnell jemanden angequatscht, von dem man sich vorstellen konnte, dass er englisch spricht… die geperrte Brücke ist bei allen Thema an diesem Bahnhof, wir bekommen sofort Unterstützung, werden zum Gleis geleitet und shutteln, eine Station, so über den Po und umgehen die Baustelle.

Danach kommen wir dann in dem Motel an, alles ein wenig speziell und die Nacht, wie sagte unser französischen Zimmernachbar so schön 😉 a nightmare. Nur die Suite war frei, das ist ja durchaus OK. Die Terasse hatte eine lose (alle Befestigungen losgerissen) Überdachung, die durch den Wind hochgeblasen wurde und danach wieder mit einem großen Knall auf den Holzbalken landete. Das passierte bei jeder kräftigen Windboe. Mal zweimal in der Minute, dann 20 Mintuen gar nichts. Wenn es knallte war man aber wieder wach.

Also so ziemlich null geschlafen, Dusche keine Funktion…. da nützt auch das Leoparden Muster auf dem Teppich nix ;.)

Weiter geht es trotz Müdigkeit und Gegenwind noch knapp 30km. Dann überbrücken wir mit Hilfe von Trenitalia zwei Po Schleifen und übernachten heute in Cremona. Cremora genießen wir kulinarisch in vollen Zügen. Unser kleiner Stadtbummel macht auch deutlich, dass Cremona eine Stadt der Musik ist. Geigenbauer, Geigenverkäufer und ein Violinenmuseum bringen uns schnell darauf, dass Cremona diesbezüglich eine Vorgeschichte haben muss. Ja und es ist tatsächlich Antonio Stradivari, der in dieser Stadt seine Meisterwerke schuf und seit 1937 gibt es hier die berühmteste Geigenbauschule.

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