…leider müssen wir noch einen Tag länger auf Frankreich warten.

Und wahrscheinlich müssen wir es nicht erwähnen, es ist wieder das Wetter, das uns aufhält. Hoffentlich dürfen wir dann bald über Hitze und Trockenheit klagen, weil irgendwas ist ja immer ;-). Wie die letzten Tag kommen wir langsam voran. Der Start in Knokke Heist lässt uns zufällig an einer ganz besonderen Straßenbahn vorbeikommen. Ein paar Stationen lassen wir uns mitnehmen. Die belgische Küstentram (Kusttram) ist nämlich die längste Straßenbahnlinie der Welt. Die gesamte Fahrtzeit für die Strecke von Endhaltestelle zu Endhaltestelle beträgt etwa 2 Stunden und 20 Minuten und fährt 67km.

Kurz vor Oostende verlasen wir diese besondere Bahn und weiter geht es Richtung Frankreich. Es fällt uns schwer, denn der Wind hat immer die gleiche Richtung und ist stark. Ab Mittag kommt heute noch Regen dazu. Es ist so schade um die Strecke, immer ist man nur beschäftigt voran zu kommen und irgendwie durchzuhalten. Es bleibt einfach wenig Möglichkeit die Gegend zu genießen.

Die Figuren im Titelbild dieses Beitrages sind übrigens eine Skulpturengruppe mit dem Namen „Rock Strangers“, die wie an Land gespülte Gegenstände aussehen sollen und mit ihrer Farbe einen Gegensatz zu den tristen grauen Hochhaus- und Betonbauten bilden sollen.

Wir haben wieder eine Fähre, die nicht fährt wegen des schlechten Wetters – werden aber mit 2 Seehunden belohnt, die sich stattdessen an der Stelle tummeln. Ein kleiner Umweg über Nieuwpoort führt uns dann über Brücken durch das kleine Hafengebiet. Der Regen ist aber inzwischen, ca. 15.00Uhr, so stark dass man auch keine Bilder mehr machen kann.

Die Kälte macht uns zu schaffen und wir beschließen in Koksijde den Tag zu beenden. Auf der Strecke finden wir ein familienbetriebenes Hotel, genießen die heiße Dusche und frisch gekochte flämische Küche.

Am nächsten Morgen, gleiches Spiel, gleicher Wind und wieder die warmen Klamotten – aber kein Regen 😉 Wenn man bedenkt, dass wir ursprünglich überlegt hatten unsere hier so viel zu sehenden Softshelljacken in gelb und orange zu Hause zu lassen….

Wir fahren am Plopsaland De Panne vorbei, so eine Art Disneyland, auf alle Fälle scheint es so, dass hier jede Menge Schulklassen und Kindergartengruppen aufgeregt unterwegs waren. Jede Gruppe unterschiedlich markiert mit schrillen grünen Hüten, gelben Westen, orangenen Fähnchen und flankiert von aufgeregten Betreuern und Betreuerinnen.

Für uns geht es jetzt zwar gegen den Wind aber unaufhaltsam nach Frankreich. Wieder geschieht dies ohne viel Aufhebens, ganz beiläufig mehr Autos mit französischen Kennzeichen, Premium Ausschilderung der Eurovelo 12 und die ersten Boulangeries am Straßenrand (leider geschlossen, das erste Baguette muss noch warten).

Ein kurzer Boxenstopp im Decathlon Grande-Synthe, führt uns am Plage Loon vorbei. Dort erleben wir einmal wieder die Realität. Hier in diesem Bereich leben bis zu 3.000 Flüchlinge unter schwersten Bedingungen. Alle Wälder sind hier voll mit improvisierten Zeltlägern. Viele von den hier lebenden Migranten warten auf eine Chance nach England übersetzen zu können. Polizei ist allgegenwärtig, Fotos verbieten sich an dieser Stelle.

Heute fahren wir noch bis Gravelines und übernachten in einem bodenständigen kleinen Hotel. Es gibt ein gutes Abendessen in einer Brassrie an einer Bowlingbahn.

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