… das haben wir uns wirklich heiß erkämpft und die Belohnung ist sehr motivierend!!!

Erleichternd kommt hinzu, dass das gestrige Gewitter die Temperaturen ein wenig reduziert hat. So starten wir gut ausgeschlafen, gut hydriert und motiviert auf unsere heutige Tour Richtung Mont Saint Michel. Wir freuen uns so sehr auf die Bretagne, ihre wilde Küste und die kulinarischen Besonderheiten.

Auch die Art der Navigation macht uns unser Leben heute wieder leichter. Die letzten 3 Tage haben wir den ursprünglichen Track verlassen und sind nur mit der Navigation der Navigationsgeräte gefahren, da nicht nur wir, sondern auch unsere kleinen Wegbereiter öfter mal unterschiedlicher Meinung waren, gab es neben Hitze und Anstrengung auch sehr oft Diskussionen und Kabbelei, welcher Weg nun der Bessere wäre. Auch dies fällt zum Glück ab heute wieder weg. Unser Weg führt wieder an der ausgeschilderten Eurovelo 4 / Velomaritim entlang. So können wir uns auf schattigen Wegen durch Wälder am Fluss entlang auf den langsam nahenden Mont-Saint-Michel vorbereiten.

Diese kleine Insel ist 92m hoch und auf ihr thront die Abtei Mont Saint Michel. Der Umfang der Erhebung ist 830m, es leben hier laut Wikipedia 24 Menschen und die Insel wird jährlich von 2,3 Millionen Menschen besucht. Ufff….. das sind wirklich viele Besucher. Wir nehmen uns Zeit und geraten quasi in Urlaubsmodus. Werden in Radfahrergespräche verwickelt, die wir gerne führen – diese sind immer sehr motivierend.

Für uns geht es dann weiter an dieser wunderschönen langezogenen Küste, nach den vergangenen Hitzetagen Balsam auf unserer Radfahrer Seele. Wir haben ein Bed and Breakfast gefunden, direkt an unserem Track. Unsere Gastgeber sind ein Britisches Ehepaar, das vor vielen Jahren für die Familie in Hirel kurz vor Cancale ein Ferienhaus gekauft hat. Jahrelang wurde hier mit Familie und Freunden Urlaub gemacht, ja und dann kam der Brexit. Kurz entschlossen hat man der Heimat den Rücken zugekehrt und entschieden mit französischen Werten weiterzuleben. So wurde Frankreich und das ehemalige Feriendomizil die neue Heimat, da die Kinder nun groß waren, werden Teile des Hauses an Touristen vermietet.

Irgendwie haben wir trotz bester Bedingungen schlecht geschlafen. Die mürrische Stimmung treibt uns unser herzlicher Gatsgeber mit seiner Frau Rose schnell aus. Es gibt englisches Frühstück und einen herzlichen Abschied. Ja und dann sind wir wieder auf der Straße, unser heutiges Ziel Saint Malo.

Wir freuen uns schon sehr und können uns noch soooo gut an den Ausflug mit Nathalie und Patrick erinnern, die uns 2018 schon stolz Noirmoutier und Saint Malo gezeigt haben. Nun sind wir wieder hier und freuen uns die Altstadt von Saint Malo und die Küstenregion erneut zu sehen. Wir genießen Galette und Co. und radeln langsam weiter um neue Gebiete der Bretagne zu erforschen.

Ganz schnell werden wir verzaubert vom Flussbett der Rance. Wir sind bei Ebbe hier und riesiege Ebenen sind sichtbar geworden. Wir durchqueren malerische kleine Dörfer, die auf den typischen bretonischen Baustil hinweisen. Wir kreuzen auch Saint Suliac, dieser Ort wurde im 6. Jahrhundert von einem Brteonischen Mönch gegründet und soll mit das schönste Dorf Frankreichs sein.

Immerwieder erhaschen wir zwischendurch einen Blick auf das Meer, das hier besonders durch die Farbe des Wassers ihren Namen erhalten hat: Smaragdküste (Côte d’Émeraude)

Wir sind schon wieder randvoll mit Eindrücken, mussten für uns und auch andere unterwegs schon wieder das eine oder andere Problem lösen, klar kein Thema für uns – mit Brückensperrungen kennen wir uns aus 😉 da geben wir erst im letzten Moment auf. Diesmal hatten wir wieder Glück.

Wir landen heute in Tréméreuc, haben hier ein günstiges Bed & Breakfast in der Sackgasse einer Wohnsiedlung gefunden. Im nahegelegen Supermarkt rüsten wir auf fürs Abendessen. Wasserkocher, Mikrowelle und Kühlschrank, mehr brauchen wir nicht. Unsere Gastgeber sind schon wirklich alt, der Inhaber erzählt uns, dass er vor 37 (!) Jahren damit begonnen hat, Zimmer zu vermieten und heute macht er das nur noch manchmal wenn er Lust hat. Alles ist ein wenig schrullig und in die Jahre gekommen. Das mag auch die teilweise nicht so schönen Bewertungen erklären. Wir haben uns aber gut verstanden, konnten mit komplett offenem Fenster (dünner Vorhang 70er Jahre Stil gegen Mücken) schlafen. Es war ein seltenes „null Geräusch“ Haus und wurden wir von den Vögeln geweckt. Durchgeschlafen, gut geschlafen und es gibt Kaffee in riesigen Bechern, ein Croissant mit selbstgemachter Marmelde. Was will man mehr, der Tag kann kommen.

3 Gedanken zu „Wir sind in der Bretagne…

  1. Dieses Tourstück hat mich besonders berührt. Ich fühlte mich , aus welchem Grund auch immer, besonders angesprochen. Ich habe mich über eure erholsame Nacht gefreut und über euer schlichtes Frühstück. Eine gute Weiterfahrt mit ähnlichen Momenten wünsche ich euch. Umarmung = Tante

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