… und genauso meine ich das. Tatsächlich begleiten mich diese Felder schon seit dem wir in Frankreich angekommen sind. In der Nähe des Cap Blancs blieb ich das erste Mal stehen um diese riesigen Felder mit langstieligen langen Gräser mit hellblauen Blüten zu bestaunen. Über diesem Meer von hellblauen Blüten tummelten sich Scharen von weißen kleinen Schmetterlingen. Wunderte mich Anfangs, dass so viel Fläche nur für hübsche Blumen bereitgestellt wird. Im Laufe unseres Weges weiter durch Frankreich sehe ich aus den Blüten kleine Bällchen werden. Inzwischen weiß ich es, es handelt sich hier um Flachs 😉

Aus dieser Pflanze wird Leinen gewonnen. Aufwändige Trocknungsvorgänge zeigen uns hier schon optisch wie weit der Entwicklungsprozess der Pflanze fortgeschritten ist. Heute hier liegen die geschnittenen Pflanzen in gleichmäßigen Reihen sorgfältig zum Trocknen bereit. Demnächst werden sie noch gebündelt und aufgestellt und danach zu Leinengewebe verarbeitet. Überall in den verschiedenen Regionen wird die „Lin Ernte“ Als Festlichlkeit angeboten.

So das war jetzt unser „Sendung mit der Maus Beitrag“ 😉

In Caen hatten wir es gut getroffen mit unserer Übernachtung, mitten im Grünen – gute Versorgung und erholsamer Schlaf. Es war die richtige Entscheidung die Küste dafür zu verlassen und wir waren am nächsten Tag ziemlich zügig durch eine Strecke mit Rückenwind wieder auf dem Track an der Küste.

Wir radeln an dieser bedeutsamen Küste der Normandie weiter. Nicht nur die vielen Bunker im und am Meer weisen auf die Zeit im 2. Weltkrieg hin. Hier haben sich die Alliierten Kräfte gesammelt um eine zweite Front gegen das Dritte Reich im Westen zu eröffnen. So viele Menschen mussten ihr Leben lassen. Wir radeln schweigend und denkend vor uns hin. Trotzdem nehmen wir die Schönheit der Natur um uns herum wahr und genießen eine Abkühlung in schönen alten Küstenstädten. Unsere Vergangenheit ist Teil unserer Geschichte, wir dürfen sie nicht vergessen aber wir können sie nicht ungeschehen machen. Deshalb ist es gut, dass solche Gegenden immer das Geschehene in Erinnerung bringen, so sollte man denken, dass gewisse Dinge nicht wieder passieren.

Am nächsten Tag entscheiden wir dennoch diesen Küstenabschnitt zu verlassen. Uns gefällt die Vermarktung von dieser Zeit nicht, Panzer und Sodatenhelme auf Fähnchen und Jute Beuteln sowie auf großen Bussen, die Sight Seeing Touren in den Buchten anbieten, wo so viele Menschen ihr Leben ließen. Wir können uns nur entschuldigen dafür, was die Politik unserer Vorfahren angerichtet hat.

So nehmen wir uns ein großes Stück Strecke vor, weil wir einmal die Halbinsel Cotentin von Ost nach West queren wollen. Es ist große Hitze vorausgesagt, deshalb haben wir uns in Pirou Plage ein kleines Appartement gemietet und werden da 2 Tage Pause machen. Da wir heute nur KM „gerissen“ haben, sind leider auch keine Fotos entstanden.

Wir versorgen uns in dem nahegelegenen kleinen Supermarkt auch eine Boulangerie ist vor Ort. Den Rest der Zeit gammeln wir, essen gut, waschen unsere Wäsche und überlegen uns wie wir weiterfahren

Natürlich war auch ein schöner Strandspaziergang nötig 😉

Ein Gedanke zu „Alles Flachs, ohne Flachs …

  1. Durch diese Flachsfelder zu fahren, muss etwas unglaublich Beruhigendes haben. Schon die Bilder vermitteln so ein Gefühl von Ruhe.

    Und die letzten zwei Fotos sind meine neuen Lieblingsbilder – eeeeentspannt!

    Wir freuen uns euch in ein paar Tagen endlich live zu sehen 🙂

    Leo, Piet & Jani

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