… die Landschaft hier in der Bretagne ist unglaublich vielfältig und überraschend.
Zunächst rollen wir auf seichten Hügeln durch große langgezogene Felder und Wiesen. Alles wächst hier üppig und groß. Wir sind wieder einmal extrem dankbar für die gute Routenführung der Eurovelo 4 in diesem Bereich. Weitab vom Straßenverkehr und doch angenehm fahrbar geht es für uns durch diese tolle Landschaft.





Alles ist dadurch so ruhig und friedlich. Es ist deutlich abgekühlt und der Himmel deutet schon an, dass es heute nicht trocken bleiben wird. Der erste Streckenabschnitt führt uns von Tréméreuc nach Guildo. Dort bleiben wir für eine Pause bei der Ruine des Château du Guildo hängen. Das mussten wir dringend auf Bildern festhalten und am Abend recherchieren über die Hintergründe des Château. Die Fläche des Burghofes ist immerhin 3200qm groß und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Seit 1951 befinden sich diese Burgreste auf der Liste von historischen Denkmälern. Wir werden immer ganz erfürchtig, wenn wir solche historischen Zeitzeugen betreten.





Weiter geht es wieder aufwärts durch ein intensives und dichtes Waldgebiet durch das sich wie in einer Schlucht ein kleiner Fluss schlängelt. Um uns herum alles grün, in allen Schattierungen die Grün so hergibt, sogar der Fluss, wenn er mal durchschimmerte hatte eine grüne Schicht auf der Wasseroberfläche. Es war alles so groß, dicht und üppig wie ein Urwald. Wahrscheinlich hat die Natur hier den Regen des Vortages sich so richtig vollgetankt.



Nun geht es für uns weiter Richtung Cap Frêhel. Immer denken wir, die Ausblicke sind nicht zu toppen. Ja und wir haben ja auch schon so einiges gesehen, aber hier verschlägt es uns die Sprache. Wir kommen gar nicht voran, weil wir immer wieder absteigen, filmen und fotografieren.





Warum hat man hier sofort das Bedürfnis zu verweilen, zu sitzen ein Gedicht zu schreiben oder ein Bild zu malen?! Dieser Küstenabschnitt der Bretagne berührt uns extrem. Wir haben eine Unterkunft mit kleiner Terrasse und einen grandiosen Ausblick. Wir freuen uns sehr hier zu sein.









Und weiter geht es am nächsten Morgen, ob beim Frühstück oder beim Packen unserer Räder, immer wieder muss man hinschauen in Richtung See, Meer, Bucht und Himmel. Unsere Gastgeber bestätigen uns, dass sich dieses Bedürfnis auch nicht abnutzt. Es ist einer der magischen Orte, der auf unsere Liste kommt.



Der heutige Tag wird nun unerwartet ganz anders werden, ach ne – so unerwartet ja auch nicht – kennen wir ja eigentlich. Richtung Erquy geht es noch ganz idyllisch über Trassenwege durch Wälder und über Felder. In Plèneuf-Val-André machen wir Pause am Yachthafen und fragen uns ob wir denn irgendwann auch mal Wasser in den Häfen sehen. Uns fallen nur immer die im Watt liegenden Bötchen auf.



Wir bleiben heute Nacht kurz hinter Saint Brieuc, anfangs noch ganz verträumt durch den Fôret Communale und alte Brückenviadukte, dann aber Autobahnkreuze, Straßensperrungen, Verdichtung und Umleitungen und vor allem viele Autos und viel Lautstärke – ja und da waren sie auch wieder die vielen Höhenmeter.



Nach einem ewigen Auf- und Ab auch mit vielen schönen Momenten – nur zum Schluss war es stressig finden wir unser IBIS im Speckgürtel von Saint Brieuc Plerin. Der Abend wird gerettet durch den netten Mitarbeiter, der hier offensichtlich den Laden ganz alleine „schmeißt“ und wir sogar noch ein leckeres Abendbrot bekommen.



Gerade in diesem Beitrag sieht man wie unterschiedlich die Tage sind und es an uns liegt aus den täglichen Bedingungen es uns schön zu gestalten.
ZU schön ♥️
Genießt es, ich bin neidisch