genau wie befürchtet wird es anstrengend und zwar so, dass man es erst hinterher wieder schön finden kann. Wir schwitzen wie blöd und kämpfen uns durch die Bergspiralen in den Pyrinäen, zum Glück auf befestigten Wegen für Radfahrer.
Beeindruckende Aussicht, alte Römische Relikte, Schweiß, Durst, Begeisterung und Erschöpfung im Wechsel. Mitten in den Pyrenäen knacken wir die 2000km Marke. Wir sind stolz und freuen uns auf den „Einmarsch“ nach Spanien. Wir sind ganz schön weit weg 😉 und alles mit eigener Kraft…
So hatten wir uns nach diesem erneuten Naturschauspiel unsere Grenzüberschreitung allerdings nicht vorgestellt. Eher so mit einem tollen Grenzstein, ganz allein mit Flussgeplätscher 😉
Dem war nicht so, aus dem Schotterweg rutschen wir auf eine Hauptverkehrsstrasse. Wir sind in dem Ort Le Perthus. Hier herrschte ganz klar schon die spanische Sprache vor. Es reihten sich in einer kleinen schmalen zweispurigen Strasse, die steil abwärts ging, nicht nur die Autos endlos aneinander, sondern auch Geschäft an Geschäft wie Duty Free Shops mit riesigen Alkohol Flaschen, Textilshops, Tobacco Läden. Es wurde gestikuliert und diskutiert – so rollen wir langsam auf die Grenze zu, um danach in La Jonquera, dem ersten spanischen Ort, genau das gleiche zu erleben. Die Kultur ändert sich wieder innhalb von fünf Kilometern.
Das Spanische ist schneller, zackiger… , „deux petite Coca s´ìl vous plait“, wird zu„ dos Cocas“
Wir fragen gestern ein Rennradfahrer in Frankreich nach dem Weg, er erklärt uns liebevoll ALLE Wege die möglich wären, wo es was zu schauen gibt, ob wir Ihm folgen wollen und das gerne auch mehrmals, weil Birgit ja nicht alles gleich versteht. Es wird einfach immer wieder alles so lange wiederholt, bis man sich alles zurechtrücken kann.
Heute suchen wir den Weg wie es in Spanien weitergeht und ein Spanier ruft uns zu (keine Ahnung was) dann English? Birgit sagt Allemagne Hamburg, er klopft mir auf die Schulter sagt, „Ich liebe dich“, „Bayern München“ (auf deutsch) und wir sollen die Schnellstraße nehmen (auf englisch)…
Aber wir waren bei dem Thema Schnellstraße. In der Regel gibt es in Frankreich einen Setenstreifen, der ein sicheres Fahren ermöglicht und die Rücksicht ist größer als in Deutschland so kann der Franzose flink fahren und alles ist gut. Der Spanier möchte eigentlich keine Rücksicht nehmen, daher macht er den Seitenstreifen doppelt so breit (ca. 2 Meter) dann kann er noch flinker als der Franzose fahren und alles ist gut. Blöd nur, dass die spanische Schnellstrasse gebaut ist wie eine Autobahn mit Ausfahrten und Einfahrten usw. da kommen also Autos und LKW über den Seitenstreifen eingefahren. Da sollte mann als Fahrradfahrer entweder auf 70km/h beschleunigen (Spaß) oder man muss wirklich selbstbewußt und sicher auf dem Rad sein. Wir waren auch die einzigen Velofahrer auf den 20km bis Figueres. Hoffentlich war es nicht doch eine Autobahn.
Dort bemerke ich einen Sprachdefekt. Leider kann ich obwohl ich nur 100m weiter bin kein Wort mehr verstehen – und ich merke wie viel leichter wir durch meine kleine Französisch Kunde uns im Land bewegen konnten. Zumal jetzt auch noch das Problem dazu kommt, dass ich alle Sprachen durcheinander bringe. Nicht einmal einen normalen englischen Satz bringe ich raus.. Als ich dann Ralf frage, ob er sich ein Brot bürsten möchte, können wir uns vor Lachen kaum noch halten.
In Figueres erwartet uns wieder ein großes Stadtfest und wir haben sozusagen Festival mit Balkonblick. (Festival acoustica) Das wird bestimmt heute spät mit schlafen.Wir nutzen die Zeit noch für einen Besuch des Dali Museums.
Salvadore Dali hat in seiner Heimatstadt Figueres das damalige Theater, das in seiner Jugend seine erste Ausstellung gemacht hat, umgebaut in ein Museum für seine Werke.
Nun heißt es für uns etwas Festivalstimmung mit Tapas zu genießen und hoffen, dass die ganze Nacht nicht wirklich die ganze Nacht bedeutet, wenn es um die Dauer des Festivals geht, das sich durch die ganze Stadt verteilt.
P.S. Wenn die Spanier die ganze Nacht sagen, meinen sie auch die ganze Nacht 😉




















