… wir verlassen unseren freundlichen Gastgeber mit Balkon Richtung Altstadt von Dubrovnik und fahren zunächst auf schmalen Pfaden durch einen alten Park weiter die Bucht hinauf. Die ersten tollen Aussichten lassen nicht lange auf sich warten. Nach einer knappen halben Stunde kommen wir wieder an die Küstenstrasse.

Hier verläuft dann wieder die Eurovelo 8, die im Moment auch gleichtig die Küstenstraße 8 ist. Es kurbeln sich Autofahrer, Laster, Busse, Motorradfahrer und wir beiden Fahrradfahrer hoch und runter Richtung Montenegro. Eine kleine Überraschung am Morgen, der Erste Weg endet vor einer Leitplanke.
Das Rad mit Gepäck rüberheben oder abpacken und auf der Strasse wieder aufpacken ist wegen des Verkehrs unmöglich. Das Einzige ist ein ganz schmaler Pfad neben der Leitplanke direkt am Abhang. Einige Stellen waren wirklich sehr schmal, doch nach ein paar hundert Metern kamen wir auf die Strasse.

Wir haben das Gefühl, die Vegetation wird noch kräfiger, diese schmalen Nadelhölzer immer extremer und neben den karsten Steinfelsen öffnen sich plötzlich tiefe grüne Talebenen. Am Flughafen Dubrovniks geht es dann noch vorbei und kurze Zeit später stehen im Stau.

Was ist hier los??? Wir schieben an all den Fahrzeugen vorbei, die uns noch eine halbe Stunde vorher überholt haben. Grenzkontrollen, Passkontrollen – das kennen wir schon gar nicht mehr und haben wir auch nicht erwartet. An der Grenzkontrolle begreifen wir erst, Montenegro hat zwar den EURO, gehört auch zur NATO ist aber erst seit 2010 in der Bewerbungsphase für die EU und hoffen, dass es 2030 dann mal soweit ist.

Deshalb die Formalitäten an der Grenze, deshalb allerdings auch keine Flatrate für das Handy und nur sehr teure Telefonate möglich (Gespräch nach Deutschland EUR 2,99 pro Minute), hier gehört Montenegro in die Länderklasse 3 bei der Telekom. Also telefonieren von z.B. Kanada oder Montenegro ist gleich teuer.

Dieses Land hat aber sofort auch wieder seinen eigenen Charakter. Hier ist es nochmal eine Nummer quirliger, was nicht nur auf die Menschen, sondern auch auf den Straßenverkehr zutrifft. Wir fügen uns ein, achten noch einmal mehr auf Schlaglöcher und Gullideckel in Fahrtrichtung und freuen uns Montenegro offiziell mit dem Fahrrad erreicht zu haben. Was uns auffällt ist, dass genau wie in Kroatien an jeder Ecke gebaut, gemauert, gehämmert und asphaltiert wird und das auch am Sonntag.

Wieder haben wir Glück in Herceg Novi direkt an der Strandpromenade eine Unterkunft zu finden. In einem Café wurde uns dieses Hotel empfohlen. Es ist ein Viersterne-Haus. Wir werden unglaublich herzlich begrüßt, bekommen wieder einmal Half Board (Halbpension) also kostenloses Diner im Hotel und morgens Frühstück. Weiter bekommen wir ein Upgrade auf ein deLuxe Zimmer (Meerblick, größer, schnelleres Internet, Balkon). Das alles gibt es für EUR 99.- In Hamburg kostet ein 4-Sterne Hotel so ab EUR 150.- und Abendessen kommt noch on Top. Wir sind sehr zufrieden.
Der Fliesenschneider auf der Nachbarterasse ist zum Glück fertig bevor wir uns zum Abendessen setzen. Dann gibt es einen schönen Sonnenuntergang und die Vorfreude auf die Runde in der Bucht von Kotor, die uns morgen erwartet.

Auch das Frühstück genießen wir noch auf der Terasse, danach rollen wir gemächlich direkt am Wasser an der Küste der Bucht von Kotor entlang, herrliche Ausblicke!!!!!

In Kotor steuern wir zunächst den Busbahnhof an, weil wir so ein paar Ideen im Kopf für unsere Rückreise haben. Dann ging alles ganz schnell, 7 Minuten hatten wir um unsere Räder abzupacken und in den Bus zu stopfen, denn der Bus in Richtung Montenegros Hauptstadt Podgorica stand schon bereit, und hier wird pünktlich abgefahren. Exakt 12.54Uhr startet der Bus zu einer unglaublichen Tour durch Montenegros Bergwelt.

In Podgorica fährt morgen ein Bus nach Durres in Albanien. Dort wiederum fährt dann morgen in der Nacht die Fähre nach Bari. Wir trauen uns erneut eine Fährfahrt zu buchen. Drückt uns die Daumen, dass diesmal der Überfahrt nichts im Wege steht, denn wir müssen allmählich Richtung Norden starten.

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