… heute regnet es mal nicht, bzw. kaum 😉 wir machen uns jetzt auf den Weg, um das heißersehnte Ziel der vielen Pilgerer zu betrachten – die Kathedrale von Santiago. Am meisten beeindruckt uns wieder mit welcher Willenskraft und mit welchem Enthusiasmus die vielen unterschiedlichen Menschen auf dieses gemeinsame Ziel zusteuern. Sicherlich haben diese auch unterschiedliche Ansätze, warum sie dieses Ziel erreichen wollen, viele natürlich aus religiösen Gründen, es sind aber auch sicher sportliche oder auch einfach nur touristische Motive vorhanden, um diese Wanderung zu begehen.

Den Weg dorthin zu beobachten, hat uns eigentlich mehr berührt als das Ziel an sich. Wir haben es uns kleiner und persönlicher vorgestellt, so dass es jedem Pilger auch Respekt zollt, der sich auf den langen Weg macht. So müssen sich die Pilger damit zufrieden stellen, auf dem Steinboden vor der Kirche niederzuknien. Die ganzen Mühen reichen nicht dafür in die Kirche einzutreten, dort vielleicht ein Gebet zu sprechen, ein Kerze anzuzünden oder einfach dankbar in sich zu gehen, dass man den Weg geschafft hat. (Es wurden 20€ Eintritt verlangt) Es war alles sehr touristisch und passte einfach gar nicht zu den ganzen Pilgerwegen und den ganzen Pilgerunterkünften.

Wir feiern uns trotzdem, dass wir hier sind und machen uns aber auch bald auf den Weg, denn es ist seit langem ein Tag fast ohne Regen. Das müssen wir nutzen und fahren noch bis Caldas de Reis. Es ist heute nicht ganz einfach hier eine Unterkunft zu finden, weil die Menge der Pilgerer langsam zunimmt. Aber wir haben wieder Glück. Morgen geht es weiter Richtung Portugal.

Wenn nicht heute wann dann? Blauer Himmel, nahezu kein Wind und wenn eher Rückenwind. Noch rund 75km bis Portugal und los gehts. Wir werden auf der Bundesstrasse weiterfahren (die N550).
Hier gibt es einen breiten Seitenstreifen, so dass auch ein LKW uns gut überholen kann. Ja und heute läuft es. Wir sind übrigens nicht alleine mit unserer Entscheidung und treffen einige Rennradfahrer und auch einen anderen Bikepacker, der die asphaltierte Straße den Schotterwegen vorzieht. Dieser kam aus den Niederlanden, aus Zwolle und wird jetzt so 6 Monate unterwegs sein, weil er in Rente ist 😉

Wir erreichen um die Mittagszeit bei Paredes die Bucht Ria de Vigo. Der Autoverkehr auf der Straße nimmt stetig zu. Inzwischen bewegen wir uns aber sehr sicher im Strassenverkehr, selbst komplizierte Doppelkreisverkehre jagen uns keine Angst mehr ein. Kurz vor O Porrino müssen wir aber kurz bei Burger King stoppen um ganz in Ruhe herauszufinden, wo ist die Autobahn und wo dürfen wir fahren.

Dann noch einmal circa 10km durch ein Industriegebiet, hier gibt es nur Laster und davon stehen die meisten am Straßenrand (und zwei Fahrräder aus Hamburg :-), die Straße verlief direkt neben der Autobahn und wir haben nun, glauben wir, alle Logistikhallen aller Hersteller in Spanien gesehen.

Dann erreichen wir Tui direkt an der portugiesischen Granze am Fluß Rio Mino. Heute ist der letzte Tag in Spanien. Wir genießen es in einem super Hotel, Parador de Tui, mit wirklich sensationellem Ausblick und ganz tollem Essen im Restaurant am Abend. Sehr glücklich und zufrieden fallen wir ins Bett. Der Tag beginnt morgen in Valenca in Portugal.

Ein Gedanke zu „Endlich wieder auf dem Rad …

  1. Ach, das war mal schön zu lesen. Es hört sich entspannter an, al euer Bericht zuvor. Wie immer hinreissend schöne Bilder. Bin gespannt wie es weitergeht. Love = Lilly

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