… und es es geht ja schon mal gut los in Italien!!!!

Es fällt uns schwer uns zu verabschieden, gerade Menton an der Cote d´Azur hat es uns sehr angetan. Auf dem Weg raus aus dem Ort und zu unseren geplanten 14km an der Küstenstraße nach Italien (Ventimiglia) endlich mal keine Steigung und entspannt zum Bahnhof, der uns von der Eurovelo als Sprung über die Restalpen (es gibt dort keine echten Wege) mit über 1000 Höhenmeter ohne Radweg empfohlen wurde. Das Ziel soll Limone im Piemont sein.

Ja was soll ich sagen auch diesmal kommt es wie immer anders als wir denken. Der Tunnel kurz hinter der italienischen Grenze an der Küstenstraße ist gesperrt. Die freundlichen Bauarbeiter machten uns darauf aufmerksam, dass der einzige Ausweg Richtung Ventimiglia die steile Bergtrasse ist…. ohhh neeeeeeee!!!!!! Heute aber mit noch mehr Verkehr, weil alle dort fahren müssen.

Den Zug um 10.39Uhr konnten wir vergessen, aber wie gut, dass der Zug auch noch einmal um 16.20Uhr fährt. Fünf Stunden Wartezeit…es bleibt Zeit für den ersten Espresso dopio in Italien.

Ja und dann kommt es noch einmal anders als erwartet. Eben noch an der Cote d´Azur mit Sonnenschutz und kurzen Ärmel und jetzt 80km weiter in Limone (Piemont) Skigebiet, Softshelljacke, Handschuhe und Schnee auf den Gipfeln. Dazu kommt noch die Bahnfahrt an sich. Was wir nicht wussten, es ist eine ganz besondere Bahnfahrt. Es handelt sich um die Tendabahn( Sie verbindet die italienische Stadt Turin (ital. Torino) über Cuneo mit dem französischen Nizza (frz. Nice) und unterquert den Hauptkamm der Seealpen….). Über zwei Stunden Fahrzeit für nicht einmal 80km. Steigungen von bis zu 25%. Tunnel, in denen die Bahn im Tunnel einen Kreis fährt damit die Steigung nicht zu stark ist und Brücken die schon einmal die Höhenangst aufblitzen lassen. Ein Erlebnis für sich.

Wir sind wohl die ersten Gäste nach der Skisaison (kennen wir schon von 2 unserer letzten Touren) finden aber eine Unterkunft und leckeres Essen. Morgen geht es weiter in Richtung Po Ebene und wehe die Ebene ist keine Ebene.

Von Vernante geht es weiter stetig bergab mit sensationellem Panaroma, fast zu schnell für uns nach Cuneo Richtung Turin. Ein neues Kapitel fängt an, das wird deutlich und ein wenig wehmütig denken wir an die rund 1150km in Frankreich zurück, die wie im Flug vergangen sind. So viele Höhenmeter, so raue Natur, so skurrile Übernachtungen und sensationelle Ausblicke, auch die klulinarischen Erlebnisse sind schwer zu toppen.

Denkt man so… sind wir gerade wieder so beeindruckt, anders fasziniert haben wir doch gerade den Wechsel von Cote d´azur in die Alpen überstanden, stehen wir jetzt in Feldern von Pusteblumen, haben 3.000er bis 3.800er schneebedeckte Berge um uns herum und feiern den italieneischen Espresso. Das Panorama ist unschlagbar!!!! Irgendwie sind wir heute etwas verplant, ist es dieser neue Beginn, oder das neue Land, auf alle Fälle sind wir heute nicht gut mit Versorgung ausgestattet. Es lag sicher auch daran, dass unsere heutigen Gastwirte schwer von Husten geplagt waren und wir am Morgen fast fluchtartig die Unterkunft verlassen wollten.

Umso besser haben wir es heute in Saluzzo getroffen, wenn man den starken ungeplanten Anstieg in die Altstadt vernachlässigt – wir übernachten in einem alten Kloster und essen zu Abend in einem Keller, der früher mit Schnee gefüllt wurde um schon im 17. Jahrhundert die Vorräte zu kühlen. Morgen geht es Richtung Turin weiter.

Ein Gedanke zu „Das ist aber ein Szenenwechsel …

  1. Ihr Radreise Europameister,
    es ist atemberaubend spannend eure Fahrt zu verfolgen. Das liegt aber daran, dass ihr alle Erlebnisse aufschreibt, und mit den Fotos bestückt. Ich glaube mittlerweile ist das auch für euch wichtig, weil es soviel Abwechslung gibt. Im Klosterkeller hätte ich fast vermutet, dass Fledermäuse an der Decke hängen.
    Liebe Grüße 🍀

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