… auf schnurgeradem Weg verlassen wir Rom. Es ist die Via Appia Antica, sie ist ca. 20km lang und führt in gerader Linie Richtung Süden aus Rom hinaus.


Wieder läuft der Tag anders als erwartet. Der Blick auf die Karte, die gerade Streckenführung und auf die Vermutung etwas Kopsteinpflaster könne unser Tempo etwas reduzieren, haben wir uns heute 80km vorgenommen. Aber in der Realität waren es wirklich alte römische Straßen und die Steine des Pflasters so groß wir Fußbälle oder Wassermelonen.


Hinzu kommt im Stundetakt sturzbachartiger Regen, ja und dann wohin, wenn nicht gerade ein altes Relikt am Straßenrand steht hinter dem man Schutz suchen kann???? Bleibt nur noch das Zusammenkauern unterm Regencape. Irgendwann reist uns der Geduldsfaden und die Leidensfähigkeit.


Wir werden noch einmal TrenItalia bemühen, um uns weiter zu bringen. So macht das alles keinen Sinn und haben ja auch einen fixen Termin in Neapel, um die Fähre nach Sardinien zu bekommen. So erreichen wir heute doch noch Latina und sind gespannt wie sich das Wetter morgen entwickelt – geht es doch um den ersten Kontakt zum Meer!!!!!



Dunkle und dicke Wolken stehen beim Frühstück noch am Himmel und weiter geht es in voller Regenausrüstung. Wir bleiben unerschrocken und es rollt unerwarteterweise die 12km bis an die Küste trocken und mit Rückenwind. Sogar die Bodenbeschaffenheit war so, dass man mal im Stück fahren kann. das hat uns die letzten Tage gefehlt 😉






Und dann ist es plötzlich da!!!! Das Mittelmeer, aufgewühlt wie der Atlantik, windig wie an der Nordsee und die Temperaturen wie in den Alpen. Aber es ist da und es ist schön – wir freuen uns so!!! Ja und der Wind weht uns an der Küste entlang Richtung Süden.






Die Eurovelo hat durch die herbe Küstensituation auch ein wenig gelitten – einige Teile der befestigten Wege sind wegespült und oder mit Sand bedeckt, so dass wir dann doch doch schieben müssen. Da wir noch so euphorisiert sind stört uns das gar nicht. Wir merken erst am späten Nachmittag, dass uns die Luftveränderung, der Wind und die Lautsärke doch angestrengt haben.



Wir suchen nach einer Unterkunft, möglichst in Streckennähe und werden tatsächlich das erste Mal seit 10 Jahren arrogant abgewiesen nur, weil wir darum gebeten hatten unsere Räder irgendwo innen im Hotel unterzustellen und anzuschließen. Ziemlich schnell waren wir dann weg und haben ein Restaurant gefunden, die auch Zimmer vermieten, die uns mit der gewohnten Freundlichkeit aufgenommen haben.

Am Abend gab es ein sensationelles Abendessen und wir haben uns gegenseitig Mut für die Weiterfahrt am nächsten Tag gemacht. Es liegt nämlich eine weitere Steigung an, da wir die Autostrecke an der Küste nicht fahren dürfen. Sie führt durch eine enge Galerie am Felsen, wir als Fahrradfahrer werden über den Berg umgeleitet. Gegessen haben wir genug 😉 jetzt fehlt nur noch der Schlaf und wieder etwas mehr Selbstvertrauen.
Während ich unter meinem Pavillondach den leisen Strichregen(gibt es das ?)zusehe, schau ich mir eure Bilder von der unfreundlichen Natur an, die trotzdem so unfassbar schön ist. Und freue mich, dass ihr den Mumm habt, euch mit ihr auseinanderzusetzen. Ich geniesse eure Abenteuer. Nun aber auch bald mal wieder Sonne und modern gepflasterte Wege. Dies ist mein Wunsch für euch. Umarmung!
Nachdem ich mir eure grandiosen Fotos schon mehrmals angesehen habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen wie klein und unscheinbar wir Menschen eigentlich sind. Die gewaltige Wolkenbildung, das tosende Meer, die Felsen, der Zustand der Wege, auf denen nicht mal Esel laufen können und der azurblaue Himmel. Wie gut,dass ihr das alles „ festhalten“ könnt.
Ich bin schon gespannt auf eure Seefahrt, wieder neue Erlebnisse.
Weiterhin viel Glück und Freude.