… die unsere Radreisen immer so besonders machen. Ja man ist manchmal kaputt, erschöpft und fragt sich, was soll das. Es ist aber auch ein Abenteuer, es fühlt sich einfach gut an und gibt Energie (danach am nächsten Tag :-). Nun weiter zum heutigen Tag. Bei jeder Brücke, bei jedem Bauzaun, bei jedem Hafen und jeglichen Baufahrzeugen zucken wir noch innerlich zusammen 😉

Aber heute lief alles wirklich wunderbar und die Streckenführung war sensationell. Kaum aus dem Hotel werden wir in Porto Garibaldi gleich an den Fähranleger geleitet. Wie gut, dass wir das nicht schon gestern Abend gewusst haben!!! Wieviel wenn und aber hätten wir wohl dafür vorbereitet.

Alles lief reibungslos, danach ging es auf feinen Schotterwegen entlang dem Valle di Comacchio (ein besonderes Naturschutzgebiet für Artenschutz in dieser Region) und plötzlich geht es auf einem schmalen Weg, der eigentlich noch nicht einmal Gegenverkehr mit dem Fahrrad zulässt direkt über diesen riesigen Binnensee. Mitten in diesem Biotop und kommt man aus dem Staunen nicht raus. Wir sehen das erste Mal in unserem Leben fliegende Flamingos. Dass die ihren Hals so gerade halten können und die Beine gestreckt nach hinten, es sieht aus als ob ein pinker Stock am Himmel fliegt. Auch ein fliegender Schwan hat uns schwer beeindruckt, auch hier der sonst gebogene Hals kerzengerade nach vorne gerichtet und mit einer unbeschreiblichen Wucht bewegen die breiten Flügel die bestimmt 15kg Körpermasse in die Luft. Auch die ganz kleinen Kollegen sehen wir diese Reise das erste Mal – Mücken – in großen Mengen. Zügiges fahren hilft, ab 18km können die kleinen „Biester“ nicht mehr folgen.

Auf halber Strecke rasten wir auf einer einsamen Bank im Wald. Wir packen unsere Vorräte aus, setzen uns hin und müssen ganz schnell alles wieder einpacken und flüchten. Mücken ohne Ende. Wir kommen beide mit ein paar Stichen davon. Die Moral von der Geschicht „Raste im Sumpf im Po-Delta nicht…“

Kurz vor Ravenna überrascht uns dann eine erneute Fährfahrt, die glücklicherweise auch stattfindet 😉
Danach streifen wir Ravenna auf guten Radwegen und weiter geht es Richtung Süden an die Küste. Unser heutiger Tag endet in Lido de Savio bei Cervia. Der Ort wirkt aufgrund der Vorsaison noch so ein bisschen wie Geisterstadt und lässt ahnen, was hier in 4 Wochen los ist. Für uns ist es der Vorteil die Unterkünfte sind wirklich günstig – die Kunst ist es nur das eine Restaurant im Ort zu finden, das geöffnet hat…

Nach einer stürmischen Nacht geht es weiter an der Küste, viel durch endlose Pinienwälder und immer zwischendurch auf Strandpromenaden, die vermuten lassen was hier im Sommer los ist.

Einige Strandbäder auf dem Weg nach Rimini sind noch verschlossen und leer, andere hingegen putzen sich raus für das kommende lange Wochenende, denn auch hier gibt es den Tag der Arbeit als Feiertag.

Ab morgen ist also hier in der Region um Rimini Saisoneröffnung, das erklärt widerrum unseren heutigen günstigen Preis und dass eine Verlängerung auf morgen nicht möglich war. Es ist alles ab morgen hier in der Gegend komplett ausgebucht und bis zu dreimal (!) teurer.

In Rimini kommen wir am frühen Nachmittag an. Im Astoria Suite Hotel hat das Zimmer 40qm. Alles wird ausgepackt. Dann geht es zum Waschen in einen Waschsalon. Es ist der gleiche Waschsalon wie vor zwei Wochen in Chivasso, also kennen wir die Abläufe. 35 Minuten zwei Trommeln waschen und 15 Minuten sanftes Trocknen. Eine Stunde und alles wieder sauber, immer wieder ein gutes Gefühl!

Danach geht es noch zum Einkaufen, heute essen wir auf unserem Zimmer, so viel Platz muss man ausnutzen. Kurz hinter Riccione finden wir dann doch noch eine bezahlbare Unterkunft, es sind nur 20km, die wir ganz gemächlich angehen, indem wir uns Zeit für die Altstadt von Rimini nehmen.

Sehen wir dies mal als Pausetag.

Wir brauchen Unterhosen und Zahnpasta, was für ein Projekt 😉 Wäsche ist schon sauber also Zeit für Straßenmusikanten, Gespräche mit Alt und Jung über unser Reisevorhaben, so bepackt fallen wir ganz schön auf.

Wir lassen uns Zeit für Crepes, Café und Strand und steuern unsere heutige Unterkunft kurz hinter Riccione an. Gefühlt befindet sich ganz Italien an diesem verlängerten Wochenende an der Küste und genießt das milde Wetter. Wir haben Glück, dass unsere heutige Unterkunft in der „zweiten Reihe“ zur Promenade liegt und dann auch noch nach hinten raus. Hier im Zimmer merkt man von der Action draußen nichts. Wir ahnen beide nur, was hier in der Saison los ist. Heute machen wir noch ein bisschen Touristenprogramm mit Aperol an der Beach Bar und danach Pizza.

Wir sind wieder bereit, haben uns sortiert und ab morgen ist auch Schluss mit Strandpromenade. Am Horizont sind man schon Ausläufer des Apennins, der hier ein wenig die Küste streift. Unser Track führt durch den Parco Regionale del Monte San Bartolo. Ja wir sind wieder bereit 😉

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