… wir starten in Ancona und sind ein wenig überfordert. Unser immer stärker werdendes Bedürfniss nach Ruhe und „Nichtüberraschungen“ ist in dieser Stadt leider nicht erfüllbar. Links das Meer und rechts geht es steil bergauf die Uferstrasse teilweise vierspurig und massiv befahren. Radwege gibt es in Ancona praktisch nicht. Um uns herum turbulenter Marktbetrieb und in der Ferne immer der Blick auf Fähre und Kreuzfahrtschiff.

Wilde Gedanken, Wünsche und Vorstellungen, vielleicht doch schon spontan nach Griechenland??? Aber dann??? Ne so unvorbereitet sollten wir dies nicht tun, aber so richtig Lust weiterzufahren haben wir auch gerade nicht. Vor uns liegt von Ancona aus Richtung Süden der Monte Conero mit seinem dazugehörigen Naturschutzpark. Den müssten wir erstmal schaffen, um dann in Richtung Süden weiterzufahren. So denken wir und denken wir. Das ist etwas anders als vor ein paar Jahren. Ist es etwa das Alter? Letztendlich rollen wir dann aber immer weiter und die Begeisterung der Anblicke ist genau wie vor 11 Jahren als wir mit unseren Touren begonnen haben. Dann also doch noch nicht alt 🙂

Die Fahrt am Monte Conero ist auch wieder unglaublich. Dennoch beschließen wir einen dringenden Pausetag, wir suchen uns eine Anlage mit lauter kleinen Holzbungalows aus. Ein Strand soll zur Anlage gehören und Halbpension ist möglich. Eine Klitzekleinigkeit haben wir übersehen, die Bahn fährt direkt an der Küste entlang und somit auch direkt an unserer Ferienanlage. Aber das ist uns jetzt auch egal, wir gammeln hier jetzt einfach mal einen Tag rum und genießen die Komplettversorgung an diesem ersten richtigen Regentag, bevor es weiter Richtung Süden geht. Das Essen ist übrigends super, es gibt ganz viel Gemüse – endlich mal wieder.

So viel Zeit zu denken lässt auch wieder viel Zeit zum Zweifeln zu. Lieber so oder so oder doch nicht so oder besser anders und was sagen die Bewertungen oder, oder, oder … alles Neue verlangt Mut, Respekt und Vorsicht, aber Zweifel ist kein guter Begleiter. Eigentlich wollen wir nur fahren und nicht so viel denken, aber noch viel weiter südlich können wir bald nicht mehr fahren, ohne eine Entscheidung zu treffen wie wir wieder Richtung Norden kommen.

Zunächst genießen wir dann erstmal den nächsten tollen Fahrtag an der Küste von Potenza Picana bis San Benedetto del Tronto. Diesiges aber warmes Wetter begleitet uns auf sensationellen Radwegen an der Küste entlang, über die eine oder andere Sperrung oder Baustelle mussten wir uns wieder hinwegsetzen aber dies wurde immer wieder von augenzwickernden Baggerfahrern abgenickt.

So erreichen wir unser heutiges Ziel, Benedetto del Tronto. Wir haben Meeresrauschen beim Einschlafen und wissen immer nch nicht wie wir weiterfahren 😉 ist so schön hier. Erstmal gute Nacht, morgen fällt uns schon was ein!!!

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